Nothilfe nach Wirbelsturm Matthew


Seit dem schweren Erdbeben 2010 engagiert sich die REWE Group in Haiti für den Wiederaufbau der zerstörten Schule Collège Verena in einem Armenviertel von Port-au-Prince. Dank der Hilfe der vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte im April 2015 die Primarschule des Schulkomplexes eröffnet werden und nach den Sommerferien 2016 bezogen auch die älteren Kinder die fertig gestellte Sekundarschule. Rund 1.500 Mädchen und Jungen können nun unter verbesserten Bedingungen – vor allem aber erdbebensicher – lernen.

Wie wichtig eine solide Bauweise ist, zeigte sich jüngst bei dem schlimmen Hurrikan Matthew, der im Oktober 2016 in Haiti wütete. Auch Port-au-Prince wurde getroffen, zahlreiche Häuser wurden geflutet und verloren ihre Dächer – das Collège Verena aber überstand die Naturkatastrophe ohne Schaden.

Besonders verheerend ist die Situation im Süden des Landes, wo Hurrikan Matthew mit seinen mehr als 220 km/h eine Spur der Verwüstung hinterließ und vielen Familien ihre gesamte Existenzgrundlage verloren haben. Auch nach dem Wiederaufbau der Schule wird die REWE Group in weiteren Bildungsprojekten sowie einem Stipendienprogramm bedürftige Kinder in Haiti unterstützen und sich auch für die Betroffenen von Hurrikan Matthew einsetzen.

Mit Ihrer Unterstützung erreichen wir gemeinsam, dass den betroffenen Familien geholfen wird und mehr Kinder in Haiti die Chance auf eine bessere Zukunft bekommen – ohne Armut, Elend und Gewalt.

Das Spendenprojekt geht in die Verlängerung bis 2020


Seit dem Erdbeben von Haiti 2010 engagieren sich die REWE Group und ihre Mitarbeiter zuverlässig für die Opfer der Katastrophe: Das größte Hilfsprojekt in der Unternehmensgeschichte hat bislang über 3 Millionen Euro ergeben. Das Geld wurde bisher dem Neubau des College Verena gewidmet, in das rund 1.500 Kinder des Armenviertels gehen können. Derzeit wird an der Sekundarschule gebaut, die im Herbst 2016 eröffnet werden soll.

Doch unsere Unterstützung soll nicht mit der Fertigstellung der Gebäude des Collège Verena enden. Daher haben wir unsere Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe bis 2020 verlängert und werden unser Engagement auch auf weitere Bildungsprojekte in Haiti ausweiten.

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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,


seit mehr als fünf Jahren unterstützen viele von Ihnen den Wiederaufbau der Schule Collège Verena in Port-au-Prince/Haiti.

Im April 2015 konnten wir als ersten Bauabschnitt die Primarschule eröffnen. Im Sommer 2016 folgte die Eröffnung der Sekundarschule. Gemeinsam mit den Kindern haben wir ein großes Fest gefeiert, und wir waren bewegt von der Begeisterung und Freude, mit der die 1.500 Mädchen und Jungen ihre neue Schule mit Leben gefüllt haben. Nach fünf Jahren Unterricht in Übergangsgebäuden lernen die Kinder nun in hellen, großzügigen Räumen mit natürlicher Belüftung. Bereits nach wenigen Wochen in der neuen Schule berichteten die Lehrer, wie viel besser die Kinder sich nun konzentrieren können.

In unserem Projekt „Gemeinsam für Haiti“, das wir mit unserem Partner Kindernothilfe umsetzen, wurde und wird in Haiti Beeindruckendes vollbracht ­– und insbesondere Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, leisten mit Ihrer monatlichen Spende einen wertvollen Beitrag für die Zukunft der Kinder.

Über 3 Millionen Euro konnten bisher für unser Projekt „Gemeinsam für Haiti“ gesammelt werden. So zeigen alle Spender, dass sie unseren Grundsatz „Gemeinsam für ein besseres Leben“ auf ganz besondere Weise in die Tat umsetzen.

Doch unsere Unterstützung soll nicht mit der Fertigstellung der Gebäude des Collège Verena enden. Über die Jahre ist zwischen der REWE Group, der Kindernothilfe und dem Collège Verena eine herzliche Freundschaft gewachsen, so dass wir die Schule und die Kinder auf ihrem zukünftigen Weg weiter unterstützen möchten.

Daher haben wir unsere Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe bis 2020 verlängert und werden zum einen das Collège Verena weiterhin fördern, zum anderen unsere Unterstützung aber auch auf weitere Bildungsprojekte in Haiti ausweiten. Am Collège Verena können so etwa Nachmittags- und Ferienbetreuung eingeführt werden und es wird ein gut ausgestattetes Chemielabor gebaut werden.

Darüber hinaus wird die Kindernothilfe gemeinsam mit uns ein Stipendienprogramm für Jugendliche am Collège Verena einführen, die eine Berufsausbildung oder ein Studium in Haiti anstreben.

Aus diesem Grunde bitten wir Sie heute, das Projekt „Gemeinsam für Haiti“ durch eine monatliche Spende, die direkt von Ihrem Gehalt einbehalten und weitergeleitet werden kann, zu unterstützen. Gemeinsam mit Ihrer Hilfe erhalten benachteiligte Kinder in Haiti eine Chance auf Bildung und ein besseres Leben.

Wir danken Ihnen schon jetzt im Namen der Kinder aus Haiti für Ihre Hilfe.





Ihr Alain Caparros
Vorstandsvorsitzender der REWE Group



Ihre Daniela Büchel
Bereichsvorstand Handel Deutschland – Ressort HR / Nachhaltigkeit, REWE Group




Alain Caparros

Alain Caparros, Vorstandvorsitzender der REWE Group -
Alain Caparros
Vorstandsvorsitzender,
REWE Group

Dr. Daniela Büchel

Dr. Daniela Büchel, Bereichsvorstand Handel Deutschland <br> Ressort HR / Nachhaltigkeit, REWE Group -
Dr. Daniela Büchel
Bereichsvorstand Handel Deutschland
Ressort HR / Nachhaltigkeit,
REWE Group

Unsere Schule


Gemeinsam können wir grosses erreichen Inmitten des Armenviertels Delmas 2 in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince liegt das Collège Verena. Seit über 30 Jahren haben Heilsarmee und Kindernothilfe hier gemeinsam daran gearbeitet, Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Bildung und damit einem besseren Leben zu ermöglichen.

Auch wenn Haiti bereits vor dem verheerenden Erdbeben eins der ärmsten Länder der Welt war, so hat der 12. Januar 2010 alles verändert: 60 Sekunden, in denen die Erde bebte, reichten aus, um nahezu 300.000 Menschenleben auszulöschen und fast 1,5 Millionen Menschen obdachlos zu machen. Zudem wurde die Infrastruktur des Landes weitestgehend zerstört, auch mehr als die Hälfte aller Schulen lagen in Schutt und Asche.

Zwar hatte das Collège Verena das Erdbeben zunächst äußerlich intakt überstanden, doch Untersuchungen durch Ingenieure und Statiker nach dem Erdbeben zeigten schnell, dass die Struktur des Gebäudes irreparabel beschädigt war und eine weitere Nutzung des Gebäudes nicht möglich war.


Das neue Collège Verena

Nachdem sich zeitgleich herausgestellt hatte, dass der eigentlich Plan der Kindernothilfe und REWE Group – nämlich gemeinsam die benachbarte Schule Fort National wiederaufzubauen - nicht umzusetzen war, entschied sich die REWE Group die Kindernothilfe beim Wiederaufbau des Schulkomplexes Collège Verena zu unterstützen. Von Anfang an waren zwei Dinge klar: Die neue Schule muss groß genug sein, um auch die Kinder des Fort National aufzunehmen und alle Gebäude müssen erdbebensicher erbaut werden.

Das neue Collège Verena wird auf einer Fläche von 6.565 m2 gebaut. Während der gesamten Bauphase wird gewährleistet, dass der Unterricht durchgängig stattfindet. Das heißt, dass die Bauarbeiten zunächst auf der von Trümmern befreiten Fläche beginnen, und erst nach Fertigstellung des ersten Abschnitts die baufälligen alten Gebäude abgerissen werden.

In dem Schulkomplex werden Grünflächen mit Bäumen und Pflanzen integriert und die Räume hell, freundlich und – zur besseren Luftzirkulation und natürlichen Klimatisierung – halboffen gestaltet. Ein Highlight wird Sportplatz sein, auf dem sich die Kinder austoben können. Es wird zwei Werkräume geben, ein richtiges Chemielabor und einen Computerraum.

Bei der Planung der Schule wurden diverse Umweltaspekte berücksichtigt. So wird auf den Dächern Regenwasser aufgefangen und in Zisternen gesammelt. Die gesamte Bauweise ist den klimatischen Bedingungen ideal angepasst, um möglichst viel Energie zu sparen.

Am 14. April 2015 konnten die Vorschule und die Primarschule, die den Namen Ecole Primaire REWE Group trägt, mit einem großen Fest eröffnet werden. In den Sommerferien 2015 wurden die alten Notschulgebäude abgerissen, auf deren Gelände derzeit die Sekundarschule gebaut wird, welche im Herbst 2016 eröffnet werden soll.

Das neue Collège Verena besteht aus:

  • einer Grundschule für 810 Schüler (eröffnet im April 2015)
  • einer Sekundarschule für 540 Schüler
  • 2 Werkräumen, 1 Computerraum, 1 Chemielabor
  • Caféteria und Küche
  • Lehrerzimmer
  • Büroräume
  • Sanitärbereiche

Zeitplan

  • Ausschreibung für Baufirmen: Frühjahr 2014
  • Grundsteinlegung: Juli 2012
  • Eröffnung Grundschule: April 2015
  • Geplante Eröffnung Sekundarschule: Sommer 2016

Gemeinsam neue Perspektiven schaffen


Auch wenn die Primarschule jetzt eröffnet werden konnte: Hilfe wird weiter dringend benötigt. Denn die Schule muss mit Leben gefüllt und der laufende Betrieb finanziert werden. Über die Jahre ist zwischen der REWE Group, der Kindernothilfe und dem Collège Verena eine herzliche Freundschaft gewachsen, so dass wir die Schule und die Kinder auf ihrem zukünftigen Weg weiter unterstützen möchten – jeder Beitrag zählt!

Die REWE Group hat ihre Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe bis 2020 verlängert und wird zum einen das Collège Verena weiterhin fördern, zum anderen ihre Unterstützung auf weitere Bildungsprojekte vor Ort ausweiten, um den Kindern mit Hilfe Ihrer Beiträge eine Zukunft aufzuzeigen.



Die Schule wird natürlich weiterhin unterstützt. Geplant sind insbesondere der Aufbau eines gut ausgestatteten Chemielabors, die Einstellung eines qualifizierten Chemielehrers sowie der Ausbau der musischen und sportlichen Angebote während der Freizeit und der Ferien.

Michaela Gerritzen, Kindernothilfe:

Michaela Gerritzen „Die neue Schule ist für die Kinder und Jugendlichen unglaublich wichtig: Endlich schöne Klassenräume, endlich Platz, Licht, Sicherheit und nicht mehr so viel Lärm! Aber eine verbesserte Infrastruktur alleine reicht nicht aus, um die Kinder in Haiti gut zu betreuen und perspektivisch zu fördern. Dazu gehören auch ein gut ausgestattetes Chemielabor oder Freizeitangebote wie Tanz und Theater.“

Zwei Bildungsprojekte für Restavèk-Kinder:

In der Hoffnung, ihnen ein besseres Leben zu eröffnen, schicken viele arme Eltern ihre Kinder aus den ländlichen Regionen in die Stadt zu fremden oder verwandten „Gastfamilien“. Doch statt Schule, Bildung, Zukunft warten dort auf die Kinder Schufterei, Ausbeutung oder gar Misshandlungen. Rund 300.000 dieser „Restavèk“ genannten Kinder (von rester avec = bei jemandem bleiben) gibt es in Haiti. Der Schlüssel, um ihr Leben dauerhaft in eine gute Bahn zu lenken, heißt Bildung. Ihre Spenden kommen zwei Restavèk-Projekten in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince zugute. Beide Projekte, sowohl das Projekt MvM als auch das Projekt Tokyo bieten Restavèk- und benachteiligten Kindern eine schulische Grundbildung sowie lebenspraktische Fähigkeiten. Für die Jugendlichen wird eine Ausbildung in verschiedenen Berufen angeboten. Wichtiger Teil der Projektarbeit ist die enge Zusammenarbeit und Sensibilisierung von Gastfamilien und Lokalpolitik.

Pierre Hugue Augustin, Kindernothilfe:

Pierre Hugue Augustin „Die Projekte eröffnen den Restavèk-Kindern die Chancen, die ihnen sonst verwehrt blieben. Hier können die Kinder, je nach Alter, eine Regelschule oder aber eine Berufsschule besuchen. Das wichtigste aber an dem Schulbesuch ist: Sie können sich artikulieren, sie werden gehört, sie lernen ihre Rechte kennen. Und sie können mit dem erlernten Beruf ihren Lebensunterhalt verdienen.“

Stipendienprogramm:

Das neu ins Leben gerufene Stipendienprogramm wendet sich an geeignete, besonders bedürftige Absolventen des Collège Verena und an Restavèk-Kinder in den zwei Bildungsprojekten, um ihnen eine Berufsausbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Erfahren Sie bald hier mehr über die ersten Stipendiaten.

Patenschaften:

Über unseren Projektpartner Kindernothilfe ist es möglich, sich über eine Patenschaft ganz persönlich für ein Kind vom Collège Verena zu engagieren. Eine Patenschaft kostet 31 Euro pro Monat und ist steuerlich absetzbar. Mit rund 1 Euro pro Tag trägt der Pate also dazu bei, dem Patenkind grundlegende Dinge, wie Bildung, Gesundheit und Ernährung zu sichern und eröffnet ihm so eine neue Zukunftsperspektive. Die Patenkinder sind zwischen 3 und 20 Jahren alt und ein Briefkontakt zu ihnen ist möglich.

Gerd Heidchen, Kindernothilfe:

Gerd Heidchen

„Die Kinderpatenschaft ist die persönlichste Art, sinnvoll und wirksam zu helfen. Durch das Patenkind bekommt Hilfe ein Gesicht und wird für die Paten konkret erlebbar. Mindestens einmal im Jahr erhält jeder Pate einen kleinen Brief oder ein selbstgestaltetes Bild von seinem Patenkind als Beweis: Die Hilfe kommt an!“

Sie wollen eine Patenschaft übernehmen?
Über den Infoservice der Kindernothilfe können Sie sich vorab über Patenschaften informieren:
Telefon: +49 203 7789-111 (Mo - Fr: von 9 - 18 Uhr)
E-Mail: info@kindernothilfe.de
Oder setzen Sie sich mit Frau Kerstin May, NNP, Tel. -1733, haiti[at]rewe-group.com, in Verbindung

Und so können Sie ein Teil des Ganzen werden.

Ich bin dabei! Alle Mitarbeiter der REWE Group können mit einem kleinen Beitrag den Wiederaufbau und die Erweiterung der Schule „Collège Verena“ ermöglichen. Die REWE Group bietet allen Mitarbeitern die Möglichkeit, eine regelmäßige Spende direkt vom Gehalt abbuchen zu lassen (z. B. 1 Euro). Ein entsprechendes Einverständnisformular finden Sie hier. Ebenso kann ein Einmalbetrag auf das unten aufgeführte Spendenkonto überwiesen werden:


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Spendenkonto Deutschland

Kindernothilfe e.V./Duisburg:

Konto-Nr.: 454540
Bank: KD-Bank eG
Bankleitzahl: 350 601 90
IBAN: DE92 3506 0190 0000 454540
BIC: GENODED1DKD
Verwendungszweck: Zweck NR.: 3800

Spendenkonto Österreich

Kindernothilfe Österreich:

Konto-Nr.: 310028-03031
Bank: Erste Bank
Bankleitzahl: 20111
IBAN: AT142011131002803031
BIC: GIBAATWW
Verwendungszweck: Z 3915

Kindernothilfe – Jedes Kind zählt


Mit fünf Kindern in Indien begann die Arbeit der Kindernothilfe 1959. Im Laufe der Jahre ist sie zu einem der größten christlichen Kinderhilfswerke in Europa gewachsen. Fast zwei Millionen Mädchen und Jungen stärkt, schützt und beteiligt die Kindernothilfe derzeit in 31 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Die Mädchen und Jungen werden unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und Religion gefördert. Alleiniges Kriterium ist ihre Bedürftigkeit.


Seit über 50 Jahren ein verlässlicher Partner an der Seite der Kinder

Seit über 50 Jahren engagiert sich das Hilfswerk für Kinder aus den ärmsten Schichten der Bevölkerung – z. B. für Aids-Waisen, Kinder mit Behinderungen, Straßenkinder oder Kinderarbeiter. Ziel der Arbeit der Kindernothilfe ist eine Welt, in der Kinder und Jugendliche eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben haben, ihre Potenziale entfalten können und gemeinsam mit ihren Familien und Gemeinschaften ihre Entwicklung in die eigenen Hände nehmen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Förderung, die in erster Linie über Patenschaften erfolgt, ist ganzheitlich: Die Projekte berücksichtigen neben schulischer und beruflicher Ausbildung immer die Komponenten Bildung, Gesundheit und Ernährung. Durch die Spenden werden auch die Familien und Dorfgemeinschaften der Kinder unterstützt. Denn die Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen werden stark von ihrem Lebensumfeld bestimmt. Die von der Kindernothilfe unterstützten Projekte fördern daher gezielt das gesamte soziale Umfeld der Kinder und versetzen die Menschen in die Lage, ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft heraus zu verbessern. Die Projektarbeit vor Ort erfolgt in Kooperation mit einheimischen Partnerorganisationen, die die Nöte der Kinder genau kennen und wissen, wie die Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig und langfristig positive Veränderungen bewirkt.

Die Arbeit der Kindernothilfe in Haiti

In Haiti ist die Kindernothilfe bereits seit 1981 aktiv und arbeitet vor Ort mit erfahrenen und bewährten Partnerorganisationen zusammen. Der größte Partner der Kindernothilfe in Haiti ist die einheimische Heilsarmee (Armée du Salut), die Träger zahlreicher Schulen, Kinderheime und Krankenhäuser ist. Darüber hinaus unterstützt die Kindernothilfe Projekte einer Reihe weiterer haitianischer Partnerorganisationen – darunter Projekte zur Förderung von „Restavèk“ Kindern, die unter sklavenähnlichen Verhältnissen in fremden Haushalten schuften müssen. In Haiti fördert die Kindernothilfe 17 Projekte und erreicht darüber 18.074 Mädchen und Jungen.

Seriöser Umgang mit Spendengeldern

Spendensiegel Für ihren vertrauenswürdigen und seriösen Umgang mit Spendengeldern trägt die Kindernothilfe das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Für die transparente und vorbildliche Kommunikation über die Verwendung ihrer Spendengelder wurde die Kindernothilfe im Transparenz-Test der Phineo gAG 2014 mit der Note „Sehr gut“ ausgezeichnet. Weitere Informationen unter: www.kindernothilfe.de

Impressionen


Jahresberichte



1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation
Im verarmten Haiti ist die humanitäre Situation anhaltend problematisch. Anlass zur Besorgnis geben außerdem Entwicklungen in der Dominikanischen Republik, wo zahlreiche Menschen aus Haiti leben. Nachdem im Juni eine Frist ablief, um sich gültige Dokumente zu beschaffen, droht nun zehntausenden haitianischstämmigen Menschen in der Dominikanischen Republik die Abschiebung. Haiti warnte vor einer humanitären Krise und das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) rief die dominikanische Regierung auf, von der Massenabschiebung abzusehen.
Im April 2015 führten heftige Regenfälle der einsetzenden Regenzeit zu Überschwemmungen. Tausende Häuser wurden beschädigt und sieben Menschen verloren ihr Leben. Überschwemmungen im Bezirk Delmas 2 von Port-au-Prince, in dem auch die Schule Collège Verena liegt, rissen zwei Kinder im Alter von drei und sieben Jahren mit sich.

Politische Situation
Nachdem die Wahlen in Haiti mehrfach kurzfristig abgesagt worden waren, besteht seit Monaten kein Parlament mehr und Präsident Michel Martelly regiert aktuell per Dekret. Inzwischen heißt es, dass die Parlamentswahlen nun im August 2015 stattfinden sollen. Die Präsidentschaftswahlen sind für den 25. Oktober angesetzt. Im zeitlichen Umfeld der Wahlen ist mit einer erneuten Verschlechterung der Sicherheitslage in Haiti zu rechnen.

Cholera
Nachdem die Krankheit zuvor erfolgreich zurückgedrängt werden konnte, ist nun ein erneuter Ausbruch der Seuche registriert worden.

2. Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

Aktueller Stand der Bauarbeiten

In den Monaten seit dem letzten Bericht sind die Bauarbeiten entscheidend vorangetrieben worden, so dass die Primarschule des Schulkomplexes Collège Verena am 14. April 2015 eingeweiht werden konnte. Die Schlosser hatten die Geländer an den Außenfluren sowie den Treppenhäusern installiert und die Maler den Anstrich in den Klassenzimmern und an den Außenwänden komplettiert. Die Klassenzimmer wurden nach und nach mit Tafeln ausgestattet und die Verglasung der Fenster vorgenommen.

Ein ganz besonderes Fest für die Kinder in Haiti
Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern des Collège Verena und Vertretern der REWE Group und der Kindernothilfe weihten der Vorstandsvorsitzende der REWE Group, Alain Caparros, und die Vorsitzende des Vorstands der Kindernothilfe, Katrin Weidemann, am 14. April 2015 die Primarschule des Collège Verena ein. Diese wird fortan den Namen École Primaire REWE Group tragen.


Nach Begrüßungsansprachen schnitten Alain Caparros und Katrin Weidemann das Band zur neuen Schule durch, enthüllten die Plakette mit dem neuen Namen und dann konnten die Kinder erstmals ihre neuen Klassenzimmer beziehen.


Die Kinder und mit ihnen die Direktorin der Schule, Major Sylvaine Mägli, waren überglücklich und freuten sich schon auf den Unterricht in der neuen Schule, wo die Bedingungen zum Lernen um ein vielfaches besser sein werden als in den beengten und heißen provisorischen Holzpavillions. Der Architekt Alvaro Arriagada und Alinx Jean-Baptiste, der Direktor von Kindernothilfe in Haiti, führten die Gäste aus Deutschland durch das neue Gebäude. Unter den Besuchern war auch der deutsche Botschafter in Haiti, Klaus Peter Schick.

Freudige Tänze und Lieder prägten den weiteren Verlauf des besonderen Tages. Die Kinder bedankten sich bei den zahlreichen Spenderinnen und Spendern der REWE Group mit einem großen Transparent „Merci“ auf dem sie alle ihren Handabdruck hinterlassen haben und überreichten den Gästen selbst angefertigte Stickarbeiten. Gleichzeitig durften sich die jüngeren Kinder über ein Büchlein mit kindgerechten Geschichten und die älteren Kinder über Hefte und Stifte freuen, die die REWE Group den Kindern zur Feier des Tages schenkte.

Aktueller Stand der Bauarbeiten
Leider konnten die Türen der Klassenzimmer nicht rechtzeitig bis zur Einweihungsfeier eingebaut werden, da der Zoll sie über einen längeren Zeitraum nicht freigegeben hatte. Schwingtüren sind in Haiti nicht erhältlich und mussten daher in den USA gefertigt und von dort geliefert werden. Ein wichtiger Vorteil bei Erdbeben ist jedoch, dass die Schwingtüren breiter sind. Inzwischen sind sie auf der Baustelle eingetroffen und werden sukzessive eingebaut.

Die finalen Arbeiten der ersten Bauphase wurden nach der Einweihungsfeier fortgesetzt. Dazu zählen z.B. die Gestaltung des Schulhofes (Erdaufschüttungsarbeiten), Arbeiten am Wasserturm, Trennwände im Sanitärbereich sowie die Installation der Sanitär- und Küchengeräte. In einem nächsten Schritt muss der Schulkomplex an das zentrale Abwassersystem und an das staatliche Stromnetz angeschlossen werden. Die Gebäudereste des alten Collège Verena und die provisorischen Holzpavillions, in denen die Kinder seit dem Erdbeben lernen, werden während der Sommerferien abgerissen. So besteht für die Kinder keine Gefahr durch die Abrissarbeiten und der Abrisslärm behindert nicht ihren Unterricht. Wenn sie nach den Sommerferien in der ersten Septemberhälfte in ihre neue Schule zurückgekehrt sind, können die Bauarbeiten für die Sekundarschule auf der durch den Abriss freigewordenen Fläche starten und die zweite Bauphase wird eingeläutet.

Eine weitere Veränderung hat sich für die Kinder am Collège Verena noch vor den Sommerferien ergeben: Ihre Direktorin Major Mägli von der Heilsarmee ist zur pädagogischen Direktorin aller Heilsarmee-Schulen in Haiti befördert worden. Zusätzlich wird sie aber die Funktion einer Projektbeauftragten für das Collège Verena bekleiden, so dass sie der Schule eng verbunden bleibt. In ihrer neuen Aufgabe wird sie sich vorrangig auf die Verbesserung der Pädagogik und Lernmethoden konzentrieren. Um die administrativen Belange der Schule wird sich der bisherige Sekundarlehrer Relière Janvier kümmern.

1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation
Am 12. Januar war es fünf Jahre her, dass das verheerende Erdbeben rund 250.000 Menschen tötete, 1,5 Millionen Menschen obdachlos machte und 80 Prozent aller Schulgebäude zerstörte. Besonders die Kinder leiden bis heute unter den Folgen des Bebens: Nur jedes vierte Kind im Grundschulalter geht zur Schule, jedes dritte Kind ist unterernährt. Hunderttausende Mädchen und Jungen leben auf der Straße oder müssen völlig entrechtet für fremde Familien schuften. Rund 100.000 Menschen leben noch in Zeltlagern.

Politische Situation
Rund um den fünften Jahrestag des schrecklichen Erdbebens ist die politische Situation in Haiti von Unruhen geprägt: Zum Jahresende 2014 gab es Straßenproteste gegen die Regierung von Präsident Michel Martelly und die seit dem Jahr 2011 ausbleibenden Parlamentswahlen. Diese waren für den 26. Oktober 2014 angesetzt und erneut kurzfristig abgesagt worden.

Mitte Dezember hat Regierungschef Lamothe nach gewaltsamen Protesten seinen Rücktritt erklärt. Anfang Februar riefen die politischen Oppositionsbewegungen und -parteien zu einem Generalstreik und neuen Protesten auf. Neben dem Rücktritt von Präsident Michel Martelly wurde auch eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen gefordert und gegen die hohen Lebenshaltungskosten protestiert. 13 Transportarbeitergewerkschaften streikten für eine Senkung des Benzinpreises, aufgrund der entsprechend gefallenen Preise auf dem Weltmarkt. In der Folge wurde der öffentliche Personennahverkehr per Tap-Tap komplett lahmgelegt, so dass viele Menschen, darunter auch Arbeiter auf der Bau-stelle des Collège Verena, ihren Arbeitsplatz nicht erreichten.

Es ist zu befürchten, dass die Gewaltausbrüche im Vorfeld der jetzt für Ende Juni/ Anfang Juli angekündigten Parlaments- und Kommunalwahlen sowie anlässlich der Präsidentschaftswahlen im Oktober zunehmen werden.

Cholera
Zwar wird die Cholera-Epidemie weiter zurückgedrängt, doch nach wie vor ist die Ansteckungsgefahr hoch. In der Annahme, dass die verheerende Cholera-Epidemie durch die Fahrlässigkeit von UN-Frie-denstruppen nach Haiti gebracht wurde, warteten Tausende von Klägern auf die Aufhebung der Im-munität der Vereinten Nationen, um die UN wegen des tödlichen Cholera-Ausbruchs zu verklagen. Im Januar 2015 entschied ein US-Richter, dass die UN immun gegen eine Klage auf Entschädigung für die Opfer des tödlichen Ausbruchs sei.

2. Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Trotz der aktuellen politischen Unruhen in Haiti sind die Fortschritte an der Baustelle des Collège Verena deutlich erkennbar. So sind, mit Ausnahme von kleinen Flächen im Flurbereich, sämtliche Beton- und Zementarbeiten an den verschiedenen Gebäudeteilen der Schule abgeschlossen. Die aufwändigen Arbeiten an der Metallkonstruktion, die den Außenflur über¬dacht, sind ebenfalls erfolgreich beendet. Derzeit errichten die Schlosser die Geländer der Treppenhäuser und der Außenflure.

Leider konnte der Primarschulbereich aufgrund von Verzögerungen durch die politischen Unruhen und Streiks in Haiti nicht wie geplant Anfang des Jahres 2015 in Betrieb genommen werden. So hatten beispielsweise die Streiks der Transportarbeitergewerkschaften dazu geführt, dass die Arbeiter der Baustelle das Collège Verena nicht erreichen konnten und die Versorgung der Baustelle mit Baumaterial ins Stocken geriet. Bei eventuellen neuen Streiks ist dafür gesorgt, dass die Arbeiter auf der Baustelle übernachten können und verpflegt werden, damit die Bauarbeiten nicht erneut zum Erliegen kommen. Die Sicherheitslage in Haiti ist nach wie vor fragil. Die Sicherheitslage auf der Baustelle selbst ist jedoch nicht zuletzt durch die von Kindernothilfe ergriffenen Ma߬nahmen und die durchgeführte Aufklärungsarbeit im Armenviertel Delmas 2 sehr gut: Zwar wird wertvolles Arbeitsmaterial auf der Baustelle gelagert, doch bisher hat es keinerlei Verluste gegeben.


Nachdem kein Schwerlastwagenverkehr im Innenbereich der Schule mehr notwendig ist, konnte für die Wasserversorgung das große Wasserdepot im Innenhof ausgehoben werden. Zuvor war dies aufgrund des notwendigen schweren Geräts nicht möglich gewesen.
Nachdem sämtliche Metallstrukturen dafür eingezogen sind, werden die Trennwände zwischen den Klassenzimmern errichtet. Auch der Einbau der Fenster wird nach und nach von Klassenzimmer zu Klassenzimmer komplettiert.

Aktueller Stand der Bauarbeiten
In den vergangenen Wochen wurde darüber hinaus die Installation sämtlicher Wasser- und Abwasserleitungen im Sanitärbereich sowie in Küche und Cafeteria abgeschlossen. Die Fliesenarbeiten und die Installation von Toiletten und Waschbecken stehen Ende Februar, Anfang März an. Im Bereich der Elektrik schreiten die Arbeiten ebenfalls voran und mit der Installation der Deckenlampen wurde begonnen.

Bei den Schülerinnen und Schülern steigt die Vorfreude, schon bald in ihre neue Schule einziehen zu können.Bis es soweit ist, durften sich die Mädchen und Jungen im Dezember 2014 auch in diesem Jahr über eine schöne Weihnachtsfeier mit festlichem Essen und einem kleinen Geschenk freuen. Die REWE Group hatte den 1.500 Mädchen und Jungen erneut ein unvergessliches Erlebnis beschert, für das die Kinder mit Begeisterung Tänze, Lieder und Sketche einstudiert hatten

1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation
Nach wie vor muss Haiti viele Probleme und große Herausforderungen bewältigen. Der Internationa-len Organisation für Migration (IOM) zufolge, verharren momentan noch 28 134 Familien in 172 Zelt-städten. Zwischen März und Juni dieses Jahres konnten über 9.000 Familien die Zeltlager verlassen und 70 Camps wurden geschlossen. Zurückgeführt wird dies auch auf ein Hilfsprogramm der Regierung, wel-ches Flüchtlingen beim Anmieten einer Wohnung Mietzuschüsse für begrenzte Dauer gewährt. Neben den prekären Bedingungen in den Hilfscamps, der Ernährungsunsicherheit und dem Fortdau-ern der Cholera, hat Haiti jüngst mit einer Epidemie des Chikungunya-Fiebers zu kämpfen.

Chikungunya-Fieber Das Chikungunya-Fieber ist eine tropische Infektionskrankheit, die von Stechmücken übertragen wird. Auch wenn es in der Regel nicht tödlich ist, leiden die Infizierten an starken Kopf- und Gliederschmerzen. Das Wort Chikungunya bedeutet „Der gekrümmt Gehende“, denn ein aufrechter Gang ist den Patienten aufgrund der heftigen Gelenkschmerzen kaum mehr möglich.

Das Fieber breitet sich derzeit nicht nur in der Karibik, sondern insgesamt in Mittelamerika aus. Ein Rückgang ist in Haiti erst mit dem Ende der Regenzeit Ende Oktober/ Anfang November zu erwarten. Die Region Port-au-Prince ist besonders betroffen: Nach Schätzungen des Kindernothilfe-Büros in Haiti leidet in der Stadt jeder Dritte an den Folgen der Virus-Erkrankung.

Cholera
Trotz rückläufiger Zahlen, ist Trotz rückläufiger Zahlen und auch wenn es Verbesserungen die Neuansteckung betreffend gibt (laut Statistik ist die Zahl der Ansteckungen um 70 Prozent gesunken), ist die Cholera längst noch nicht eingedämmt. Eingerichtet wurde ein eigenes Komitee unter anderem mit Vertretern der UNO.

Politische und wirtschaftliche Situation
Die Senats- und Kommunalwahlen sind nach wie vor mehr als überfällig. Autorisierte Präsident Michel Martelly im Dezember 2013 die Veröffentlichung des Wahlgesetzes und stellte damit die Weichen, ist als Wahldatum nun Ende Oktober 2014 vorgesehen. Auch wenn die extremen Verzögerungen der Wahlen die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigerten und es in der letzten Zeit zu politischen Unruhen kam, ist die Situation aktuell ohne Ausschreitungen und verhältnismäßig ruhig.

2. Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Seitdem Mitte Februar die Bauarbeiten mit Hochdruck wieder begonnen haben, gibt es stetig Fortschritte zu verzeichnen. Es wird an allen Gebäuden der ersten Bauphase gleichzeitig gearbeitet. Zwischenzeitlich wurde die Decke im Gebäude der Verwaltung realisiert und die Gebäude der Primarschule erhielten die Bodenfüllung. Auch die Betondecke für den Primarschulbereich und die Sanitäranlagen ist gegossen. Derzeit werden dort Elektro-Arbeiten durchgeführt. Im Obergeschoss des Gebäudeteils C, der ebenfalls zum Primarschulbereich gehört, wurden zu-nächst Armierungsarbeiten an den Säulen durchgeführt, gefolgt von Verschalung der Säulen, die in-zwischen ebenfalls abgeschlossen ist.Seit dem 16. Juni ist auch die Decke des Gebäudeteils D der Primarschule gegossen. In einem nächs-ten Schritt wird hier die Verschalung wieder entfernt. Zuletzt wurde am Gebäudeteil E (Speisesaal, Küche und Lagerräume) die Verschalung der Säulen abgenommen. Aktuell ist hier die Armierung der Stützen in vollem Gange.

Auch am Gebäudeteil F, der Verwaltung, sind die Bauarbeiten weiter vorangeschritten und die neuesten Fortschritte sichtbar: War im Juni die Armierung der Säulen im Obergeschoss realisiert, ist inzwi-schen auch hier Verschalung der Säulen abgeschlossen.

Die Überführung zwischen dem Gebäudekomplex der Verwaltung zu Bibliothek und Labor ist inzwischen ebenfalls realisiert. Auch innerhalb der Gebäudeteile schreiten die Arbeiten voran. So werden aktuell neben Elektro-Arbeiten an Gebäudeteilen der Primarschule im Erdgeschoss des Gebäudeteils E, in dem sich Speisesaal, Küche und Lagerräume befinden sowie im Gebäudeteil der Verwaltung, Maßnahmen der Vorbehandlung und Unterputz-Arbeiten durchgeführt.

Mit der neuen Baufirma hat zusätzlich eine weitere Neuerung auf der Großbaustelle des Collège Ve-rena Einzug gehalten: Samstags, während der Mittagspause, erhalten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen die Möglichkeit, die Baustelle zu besichtigen. Ingenieur Tony der Baufirma SOPEC Plus führt sie über das Areal und erklärt den begeisterten Kindern das Großprojekt. Auf diese Weise können die gespannten Schülerinnen und Schüler selbst die Baufortschritte an ihrer neuen Schule in Augenschein nehmen.

1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation
Vier Jahre nach dem schweren Erdbeben am Beginn des Jahres 2010 steht Haiti weiterhin vor vielen Problemen. Auch wenn Erfolge durchaus erkennbar sind, müssen derzeit große Herausforderungen gemeistert werden. Dazu zählen insbesondere die prekären Bedingungen, unter denen die Familien in den Hilfscamps leben, die Ernährungsunsicherheit, das Fortdauern der Cholera sowie größere Anstrengungen auf dem Gebiet der Katastrophen-Prävention.
Positive Entwicklungen sind auf dem Gebiet der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln zu verzeichnen. Betrug die Anzahl der Menschen, deren Grundversorgung nicht gesichert ist, im Jahr 2012 noch 1,5 Mio., ist diese im Jahr 2013 auf 600.000 gesunken. Die positive Entwicklung ist vor allem auf die verbesserte landwirtschaftliche Produktion in 2013 und die humanitären Hilfsprogramme nach dem Hurrikan Sandy zurückzuführen. Dennoch bleibt die Situation der Ernährungssicherheit weiterhin äußerst problematisch, insbesondere im Norden und Nord-Osten des Landes sowie in den Zeltlagern, wo viele Familien keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln haben und an Unter- oder Mangelernährung leiden. Besonders Kinder und Jugendliche sind hiervon betroffen. Derzeit existieren noch 243 Hilfscamps, in denen noch 137.543 Personen bzw. 37.131 Familien leben.
Im Berichtszeitraum Januar bis März 2014 wurden 30 Zeltlager geschlossen. Verglichen mit Juli 2010 bedeuten diese aktuellen Zahlen einen Rückgang um 91% (Anzahl obdachloser Flüchtlinge) bzw. 84% (Anzahl der Flüchtlingslager).
Diejenigen Familien, die nach wie vor in den Zeltlagern untergebracht sind, sind extrem schwierigen Lebensbedingungen ausgesetzt. Es besteht nur mangelhafter Zugang zu Bildung, guter Ernährung oder Gesundheitsversorgung. Gewalt und Kriminalität sind weit verbreitet. Etwa 15 Prozent der Menschen dort verfügen nicht über Latrinen und weniger als 5 Prozent der Camps haben Zugang zu Systemen der Abfallentsorgung.

Politische und wirtschaftliche Situation
Im Dezember 2013 autorisierte der Präsident Michel Martelly die Veröffentlichung des Wahlgesetzes und stellte damit die Weichen für die längst überfälligen Senats- und Kommunalwahlen. Aufgrund der extremen Verzögerungen der Wahlen stieg die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und es kam zu politischen Unruhen. Martelly versproch nun faire, freie und ehrliche Wahlen. Das Wahldatum wird derzeit noch mit zivilgesellschaftlichen und politischen Akteuren abgesprochen

Sicherheitslage und Rechtsschutz
Einer der Fortschritte Haitis auf dem Gebiet der Menschenrechte ist die Einrichtung einer interministeriellen Menschenrechtskommission im Mai vergangenen Jahres. Diese soll zur Implementierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in dem Land beitragen. Die Sicherheitslage bleibt dennoch nach wie vor angespannt und die Gewaltanwendung durch die haitianische Polizei gegenüber der Bevölkerung ist hoch, das Justizsystem ist labil, Gefängnisse sind überfüllt. Die Haftbedingungen sind prekär. Eine schwere Menschenrechtsverletzung ist die Zwangsräumung von Menschen in den Zeltlagern. Die Gewaltrate gegen Kinder und Jugendliche ist ebenfalls sehr hoch. Insbesondere die Restavèk (Kinder, die als Hausangestellte bei „Gastfamilien“ leben) müssen vielfache Rechtsverletzungen erfahren. Ein Großteil von ihnen kann keine Schule besuchen und ist Misshandlung und Gewalt ausgesetzt.

Cholera
Trotz rückläufiger Zahlen, ist das Ausmaß der Cholera-Seuche - insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsversorgung in den Camps nicht ausreichend ist - nach wie vor besorgniserregend. Ursache ist nicht zuletzt mangelnde sanitäre Versorgung in den Camps. Während es im Jahr 2012 noch 101.503 Cholerafälle und 908 Todesfälle gab, waren es im Jahr 2013 57.377 Fälle von Cholera und 582 Todesfälle. Weltweit gesehen gibt es in Haiti die Hälfte aller Cholerafälle.
Seit dem 11.03.2014 liegt einem US-Bundesgericht in Brooklyn die Klage von 1.500 Haitianern vor, die UN-Friedenssoldaten für den Ausbruch der Cholera verantwortlich machen und von den Vereinten Nationen Schadenersatz sowie Geld für saubere Wasserversorgung fordern. Die Kläger berufen sich auf wissenschaftliche Studien, die belegen sollen, dass die Krankheit nach dem Erdbeben von UNFriedenssoldaten aus Nepal in Haiti eingeschleppt wurde.

2. Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

Notschulprogramm für die Kinder des Collège Verena

Einen ganz besonderen Jahresabschluss 2013 erlebten die Kinder des Collège Verena mit der außergewöhnlichen Weihnachtsfeier, mit der die REWE Group den Kindern ein schönes Geschenk gemacht hat. Gerne erinnern sich die Kinder auch nach ihrer Rückkehr aus den Weihnachtsferien in das Notschulprogramm an das besondere Essen, die Lieder und Tänze zurück. Unvergesslich bleiben insbesondere das erstmalig einstudierte Krippenspiel (eine europäische Tradition, die bisher in Haiti unbekannt war) und der geschmückte Weihnachtsbaum.

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Im letzten Jahresdrittel 2013 kam es zu Schwierigkeiten mit der bisherigen Baufirma ARCOTEC bezüglich der Qualität der Bauleistung und dem Zeitplan. Trotz intensiver Gespräche mit ARCOTEC ließen sich diese Schwierigkeiten nicht beheben, so dass Kindernothilfe zum Ende des vergangenen Jahres hin die Zusammenarbeit beendet hat. Parallel wurde Kontakt zu alternativen Baufirmen aufgenommen, eine Baustellenbesichtigung durchgeführt und diverse Angebote für die Fortsetzung des Baus am Collège Verena eingeholt. Drei Angebote von Baufirmen aus dem Ausschreibungsverfahren
kamen in die Endauswahl. Nach einer gründlichen Prüfung dieser Baufirmen durch den Architekten, die Bauaufsicht und die Kindernothilfe-Kollegen aus Haiti und Deutschland sowie nach Besichtigungen von aktuellen Baustellen der Baufirmen, wurde entschieden, den Bau des Collège Verena mit der haitianischen Baufirma Sopec Plus erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Mit Beginn des neuen Jahres wurden zunächst vorbereitende Schritte wie das Einholen von Bankgarantien zur finanziellen Absicherung sowie die Vertragsvorbereitung und -unterzeichnung eingeleitet. Nachdem einige notwendig gewordene Ausbesserungs- und Reparaturarbeiten schnell abgeschlossen wurden, sind seit Mitte Februar die Bauarbeiten wieder in vollem Gange und es wird derzeit zügig am Primarschulbereich gearbeitet.

Die Sicherheitslage im Viertel Delmas 2 ist momentan gut. Dies ist nicht zuletzt auf die durch Kindernothilfe und unseren Partner Heilsarmee Haiti getroffenen Präventivmaßnahmen zurückzuführen. Der mit der neuen Baufirma vereinbarte Zeitplan wird bislang eingehalten, so dass wir davon ausgehen können, dass die Primarschule Ende 2014 fertiggestellt sein wird – sofern nicht höhere Gewalt in Form von Naturkatastrophen (Hurrikans) eintritt oder erneute soziale Unruhen in Port-au-Prince zu Verzögerungen führen. Mit der Fertigstellung des gesamten Schulkomplexes ist dann August/September 2015 zu rechnen.

Weihnachtsfeier am Collège Verena

Mit einer ganz besonderen Weihnachtsfeier endete für die Kinder in Haiti das Jahr 2013. Die REWE Group ermöglichte den Schülerinnen und Schülern sowie den Kindergartenkindern des Collège Verena ein festliches Essen und kleine Geschenke. Die Kinder haben begeistert Tänze und Lieder einstudiert. Höhepunkt des Festes war die Aufführung des Krippenspiels durch die Kinder - eine europäische Tradition, die man bislang in Haiti nicht kannte.

1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation

Dreieinhalb Jahre nach dem verheerenden Erdbeben von Januar 2010 leben noch 278.945 Personen (bzw. 70.910 Familien) in den 352 noch existierenden Zeltlagern. Dies entspricht einem Rückgang von 13 Prozent seit März 2013. Für die Familien, die noch immer in den provisorischen Zeltlagern leben, bleibt die Situation äußerst prekär – vor allem in der Regenzeit. Die hygienischen Bedingungen sind mangelhaft, es fehlt an sanitären Einrichtungen. Da viele internationale Organisationen, die im Sanitär-Bereich tätig sind, sich nach und nach aus Haiti zurückziehen, verschlechtern sich die Zustände sogar: Während 2012 in den Zeltlagern für 20 Personen eine Toilette zur Verfügung stand, müssen sich in diesem Jahr 200 Menschen eine Toilette teilen.

Cholera

Die Cholera bleibt ein großes Problem in Haiti – vor allem vor dem Hintergrund der mangelhaften sanitären Versorgung in den Camps. Zudem wird nach aktuellen Prognosen die diesjährige Hurrikansaison, die nun begonnen hat und etwa bis November dauert, sehr stark ausfallen – wodurch wiederum ein Anstieg der Infektionsfälle zu erwarten ist. Zahlreiche Cholera-Behandlungszentren wurden jedoch mittlerweile geschlossen. So ist die Zahl der Zentren in Port-au-Prince von 84 auf unter 30 gefallen. Seit Beginn der Hurrikansaison Anfang Juni gab es einen Tropensturm in der Region, der aber glücklicherweise nicht so heftig ausgefallen ist wie zunächst befürchtet und keine größeren Schäden in Haiti angerichtet hat.



Sicherheitslage
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich die Sicherheitslage in Haiti deutlich verbessert. Die Präsenz der MINUSTAH, der Friedensmission der Vereinten Nationen in Haiti, wirkt sich positiv auf die Sicherheit aus. Zudem wird die nationale Polizei aufgebaut. 1.500 haitianische Polizisten befinden sich derzeit in Ausbildung.

Cholera
Nachdem die Krankheit zuvor erfolgreich zurückgedrängt werden konnte, ist nun ein erneuter Ausbruch der Seuche registriert worden.

2. Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Derzeit laufen vor allem Schalungs- und Betonarbeiten an den verschiedenen Gebäuden der Vor- und Grundschule. Nachdem wir im ersten Quartal des Jahres mit gravierenden Sicherheitsproblemen zu kämpfen hatten und die Baustelle sogar für etwa vier Wochen geschlossen werden mußte, hat sich die Situation in den letzten Monaten deutlich entspannt. Die umgesetzten Maßnahmen zeigen Wirkung.

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Die Kinder und mit ihnen die Direktorin der Schule, Major Sylvaine Mägli, waren überglücklich und freuten sich schon auf den Unterricht in der neuen Schule, wo die Bedingungen zum Lernen um ein vielfaches besser sein werden als in den beengten und heißen provisorischen Holzpavillions. Der Architekt Alvaro Arriagada und Alinx Jean-Baptiste, der Direktor von Kindernothilfe in Haiti, führten die Gäste aus Deutschland durch das neue Gebäude. Unter den Besuchern war auch der deutsche Botschafter in Haiti, Klaus Peter Schick.

Freudige Tänze und Lieder prägten den weiteren Verlauf des besonderen Tages. Die Kinder bedankten sich bei den zahlreichen Spenderinnen und Spendern der REWE Group mit einem großen Transparent „Merci“ auf dem sie alle ihren Handabdruck hinterlassen haben und überreichten den Gästen selbst angefertigte Stickarbeiten. Gleichzeitig durften sich die jüngeren Kinder über ein Büchlein mit kindgerechten Geschichten und die älteren Kinder über Hefte und Stifte freuen, die die REWE Group den Kindern zur Feier des Tages schenkte.

Notschulprogramm für die Kinder des Collège Verena

Am 21. Juni endete das Schuljahr für die 1.500 Schulkinder des Collège Verena. Zuvor absolvierten die Mädchen und Jungen ihre Jahres-Abschlussprüfungen. Nun sind Sommerferien. Erst am 2. September geht für die Kinder die Schule wieder los. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird es auch in diesem Sommer für einige Wochen ein Ferienprogramm im Collège Verena geben, um besonders benachteiligten Kindern auch während der Ferienzeit Betreuung und Förderung anzubieten. Eingeladen werden Kinder, die zu Hause und in ihrer Umgebung kaum einen sozialen Halt haben, etwa weil sie in besonders schwierigen Familiensituationen oder Wohngegenden leben. So haben sie die Möglichkeit, für einige Stunden am Tag aus ihrem Lebensumfeld herauszukommen. Die Kinder können gemeinsam spielen, malen, singen oder Sport treiben. Außerdem gibt es eine warme Mahlzeit. Derzeit wird das Ferienprogramm, das Anfang August starten soll, im Detail geplant.

1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation

Im März lebten noch immer rund 320.000 Haitianer in Notunterkünften. Sie verteilen sich auf 385 Zeltlager, vor allem im Stadtgebiet von Port-au-Prince. Dies entspricht einem Rückgang von knapp acht Prozent seit Januar 2013. Schätzungen zufolge werden zum Ende des Jahres immer noch 230.000 Menschen in Zeltlagern leben, sofern die staatlichen Umsiedlungsprogramme nicht schneller voranschreiten.

Cholera

Nach wie vor stellt die Cholera in Haiti ein massives Problem dar: Von Mitte Januar bis MitteFebruar wurden 4.783 neue Cholera-Fälle registriert. Das entspricht einem Rückgang von 56 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Zahlen liegen allerdings deutlich höher als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Man führt dies insbesondere auf die heftige Regen- und Hurrikansaison in 2012 zurück. Auch die Prognosen für die jetzt wieder anstehende Regenzeit im April und Mai sind alles andere als gut. Es ist zu befürchten, dass diese mindestens so heftig ausfallen wird wie im Vorjahr. Das haitianische Gesundheitsministerium hat im Februar einen 10-Jahres-Plan vorgestellt, um der Cholera in Haiti ein Ende zu setzen. Zentrale Aspekte dieses Plans sind die Verbesserung der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, Gesundheitsversorgung für Infizierte, Aufklärung der Bevölkerung in Choleraprävention und Gesundheitsvorsorge sowie epidemiologische Überwachung. Die Kosten werden mit 2,2 Mrd. US$ beziffert. Zur Finanzierung des Aktionsplans ist Haiti auf die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft angewiesen.

Politische und wirtschaftliche Situation

Die politische Lage in Haiti muss weiterhin als kritisch und instabil bezeichnet werden. Nigel Fisher, Leiter der UN-Stabilisierungsmission in Haiti, erklärte im März vor dem UN-Sicherheitsrat, dass die politische Situation im Land möglichen Fortschritten im Wege stehe. Haiti befinde sich in einer politischen Sackgasse, die Entwicklung und demokratische Konsolidierung verhindere. Fisher kritisierte, dass im vergangenen Jahr etwa 130 gewählte Kommunalregierungen durch Beauftragte des Präsidenten ersetzt wurden.

Sicherheitslage

Die Sicherheitslage in Port-au-Prince bleibt kritisch. Fast täglich berichten die Nachrichten von neuen Überfällen oder Entführungen. Auch im Viertel Delmas 2 hat sich die Lage bedauerlicherweise noch nicht merklich verbessert, was die Projektarbeit und den Wiederaufbau des Collège Verena immer wieder vor Herausforderungen stellt (s.u.).

2. Die Arbeit der Kindernothilfe in Haiti

Nach dem schweren Erdbeben vom Januar 2010 hat die Arbeit der Kindernothilfe in Haiti neben den Projekten zum Wiederaufbau von Schulen folgende Schwerpunkte: Durch Ausbildungen für Jugendliche und durch die Förderung von Selbsthilfegruppen für Mütter aus ärmsten Verhältnissen ermöglicht die Kindernothilfe jungen Menschen und Familien den Aufbau einer Existenzgrundlage.Ein weiterer Schwerpunkt sind Bildungs-Projekte für Restavèk-Kinder – das sind Kinder, die unter ausbeuterischen Bedingungen bei fremden Familien leben und arbeiten müssen. Zudem konnte die Kindernothilfe Ende März ein Projekt erfolgreich zum Abschluss bringen, das sich für die Stärkung der Kinderrechte in Haiti einsetzt und die Restavèk-Problematik thematisiert. Dieses breit angelegte Projekt, in das fünf haitianische Partnerorganisationen involviert waren, wurde von der Europäischen Kommission finanziert.

Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

Notschulprogramm für die Kinder des Collège Verena

Die 1.500 Schülerinnen und Schüler des Collège Verena werden weiterhin in der Notschule –angrenzend an die Großbaustelle – unterrichtet. Das aktuelle Schuljahr läuft noch bis Ende Juni. In der Notschule erhalten die Kinder täglich eine warme Mahlzeit – für viele von ihnen ist es die einzige richtige Mahlzeit des Tages. Zusätzlich zu den normalen Unterrichtsfächern werden die Kinder auch in wichtigen Bereichen wie Hygienestandards, menschliche Beziehungen und sozialer Umgang sowie friedliche Konfliktlösung unterrichtet. So nimmt sich beispielsweise ein Lehrer der 5. Klasse jeden Freitag eine Stunde Zeit, um mit den Kindern über die Probleme der letzten Woche zu reden und Lösungen zu finden. In diesem Rahmen können die Kinder alle Fragen stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen. Da der Großteil der Mädchen und Jungen in prekären familiären Verhältnissen leben, sind auch diese Unterrichtsinhalte von großer Bedeutung für ihre ganzheitliche Entwicklung.

Aktueller Stand der Bauarbeiten

Die Arbeiten an den Fundamenten des neuen Collège Verena wurden mittlerweile für fast alle Gebäudeteile, die in der ersten Bauphase gebaut werden, abgeschlossen. Zudem wurde damit begonnen, die Wände der Vor- und Grundschulgebäude mit Beton zu gießen.

Baufirma hat die Baustelle vorübergehend geschlossen

Die bereits im letzten Quartalsbericht angesprochenen Probleme haben sich in den letzten Wochen und Monaten verschärft. Sicherheitsprobleme rund um die Baustelle Collège Verena haben dazu geführt, dass die Baufirma die Baustelle am 4. März vorübergehend geschlossen hat.
Infolgedessen wurde mit allen Beteiligten intensiv nach einer Lösung für die angesprochenen Probleme gesucht.

Die Herausforderungen und umgesetzten Maßnahmen im Einzelnen:
Sicherheitslage auf der Baustelle und im Viertel Delmas 2

Die Sicherheitslage rund um die Baustelle des Collège Verena bleibt ein großes Problem. Die aus Gründen der Akzeptanz des Bauprojekts dringend notwendige Beschäftigung von Personen aus dem Armenviertel bringt zugleich große Schwierigkeiten mit sich. Am 5. März
wurde die Kindernothilfe Haiti von der Baufirma darüber informiert, dass die Baustelle geschlossen wurde, laut Darstellung der Baufirma aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der eigenen Mitarbeiter

Akzeptanz der Bevölkerung erhöhen – Sicherheit verbessern

Nach der Schließung der Baustelle wurde für den 11. März ein Krisenmeeting einberufen, um über die Sicherheitsprobleme zu beraten und Lösungen zu suchen. An diesem Meeting nahmen teil: Vertreter der Heilsarmee, der Kindernothilfe Haiti, der Baufirma und der Bauaufsicht, der Architekt des Collège Verena sowie Mitarbeiter zweier Organisationen, die ebenfalls im Viertel Delmas 2 tätig sind. Folgende Maßnahmen wurden diskutiert und nach dem Meeting umgesetzt:

  • Am 14. März fand ein Treffen zwischen Heilsarmee-Mitarbeitern und wichtigen Vertretern der lokalen Bevölkerung statt. Während dieses konstruktiven Treffens brachten die Bewohner aus Delmas 2 viele Vorschläge ein, um die Sicherheitslage zu verbessern.
  • Zwei ebenfalls in Delmas 2 tätige Organisationen mit guten Kontakten zu den Einwohnern des Viertels wurden zu dem Treffen eingeladen, damit sie dazu beitragen können, die Akzeptanz für das Projekt Collège Verena in der Bevölkerung zu erhöhen.
  • Die Heilsarmee hat zudem die Eltern der Schulkinder sowie Kirchenmitglieder zu einer Informationsveranstaltung und Baustellenbesichtigung eingeladen. Dieses Treffen fand am 17. März statt und verlief sehr positiv. Die Teilnehmer haben zugesagt, sich im Viertel für das Projekt stark zu machen und darauf hinzuwirken, dass der Wiederaufbau des Collège Verena nicht länger von einigen „Störenfrieden“ behindert wird.
  • Als weitere Möglichkeit, Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt zu betreiben, wurde angedacht, an der Außenwand des Schulgeländes Informationen über das Collège Verena und den Neubau sowie Fotos anzubringen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Akzeptanz und Befürwortung des Projektes in der Bevölkerung zu erhöhen. Zudem wurden mit der Baufirma Maßnahmen besprochen, die eine stärkere Kontrolle der Bauarbeiter zum Ziel haben.


Weitere Treffen sollen folgen, um bisherige Maßnahmen zu evaluieren und das weitere Vorgehen zu besprechen.
Nach mehr als vier Wochen Arbeitsunterbrechung wurde die Baustelle am 8. April wieder geöffnet und die Bauarbeiten konnten fortgesetzt werden.

1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation

Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 leben noch immer rund 347.000 Menschen in Zeltlagern. Dies entspricht einem Rückgang von 6 Prozent seit August 2012. Die Zahl der Zeltlager ist im gleichen Zeitraum um 17 Prozent (oder von 541 im August auf 450 im Januar) zurückgegangen. Vor allem durch Umsiedlungsprogramme der Regierung konnten etliche (kleine) Zeltlager geschlossen werden.


Cholera

Seit Anfang Juli war ein Rückgang der Cholera-Fälle zu verzeichnen, worauf aber ein erneuter Anstieg von September bis November – vor allem durch die heftige Regen- und Hurrikansaison – folgte. Die Zahl der Cholera-Toten ist laut letztem Befund auf knapp 8.000 gestiegen. Die vom haitianischen Gesundheitsministerium registrierten Fälle von Cholera-Infizierten liegen für den Zeitraum 2010 - 2012 bei 635.980. In Wirklichkeit dürften es aber noch weitaus mehr sein


Politische und wirtschaftliche Situation

Drei Jahre nach dem schweren Erdbeben in Haiti haben die Menschen am 12. Januar 2013 der rund 250.000 Toten gedacht. Haitis Präsident Michel Martelly appellierte an alle Einwohner, gemeinsam am andauern-den Wiederaufbau des Landes mitzuhelfen. „Unsere Zukunft hängt von uns ab“, sagte der Staatschef. Auch der UN-Sondergesandte für Haiti und frühere US-Präsident Bill Clinton nahm an der Gedenkfeier in Port-au-Prince teil.
Die politische Lage Haitis bleibt jedoch sehr kritisch. Die Regierung von Präsident Michel Martelly bietet anderthalb Jahre nach Amtsantritt keine Gewähr für den Aufbau tragfähiger staatlicher Strukturen, die das Land aus eigener Kraft aus dem Elend herausführen könnten. In den letzten Monaten gab es erneute und wiederholte Proteste und Demonstrationen aufgrund der anhaltenden Armut, gestiegener Lebenshaltungskosten, neu eingeführter Steuern und einer gefühlten Untätigkeit der Regierung angesichts der massiven Probleme im Land.

Zudem ist eine schlechte Zahlungsmoral der internationalen Staatengemeinschaft zu beklagen. Bei der Geberkonferenz in New York im März 2010 waren 9,8 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau Haitis zu-gesagt worden, davon 5,37 Milliarden für die ersten drei Jahre. Ob-wohl die Zahlen realistisch kalkuliert waren, wurden aber bis heute nur 56 Prozent dieser Summe tatsächlich gezahlt – insgesamt 3,01 Milliarden US-Dollar.



Sicherheitslage
Die Situation bleibt kritisch. Vor Weihnachten ist die Kriminalitätsrate erneut gestiegen. Auch gab es neue Entführungsfälle, die vermutlich auf eine organisierte Gang zurückzuführen sind. Die schlechte Sicherheitslage im Armenviertel Delmas 2 führt immer wie-der zu Zwischenfällen und Verzögerungen auf der Großbaustelle des Collège Verena. (s.u.)

Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

Derzeit wird auf der Baustelle weiterhin an den Armierungen und Fundamenten gearbeitet. Zudem laufen die Vorbereitungen, um die Mauern des Erdgeschosses mit Beton zu gießen. So werden zur Zeit die Schalungen für die Wände montiert.



Bauarbeiten begannen im Juli

Nachdem der Vertrag mit der ausgewählten Baufirma ARCOTEC unterzeichnet worden war, konnten am 24. Juli die Bauarbeiten im Collège Verena beginnen. Zunächst wurde die Baustelle eingerichtet und das Gelände vorbereitet. Mittlerweile haben die Bauarbeiter bereits einen Großteil der Fundamente ausgehoben und mit Beton gegossen.

Verzögerungen im Bauprozess

Trotz der sichtbaren Baufortschritte liegen die Arbeiten insgesamt leider hinter dem Zeitplan zurück. Dies ist vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen:

1. Heftige Regen- und Hurrikansaison: Glücklicherweise wurden durch die Tropenstürme zw. September und November keine direkten Schäden auf der Baustelle verursacht. Jedoch haben die starken Regenfälle zu Verzögerungen geführt. Die Bauarbeiten mussten unterbrochen werden und es hat einige Tage in Anspruch genommen, die vollgelaufenen Baugruben wieder leer zu pumpen. Erst danach konnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden.

2. Sicherheitslage in Delmas 2: Leider haben wir immer wieder mit massiven Sicherheits­problemen auf der Baustelle, bzw. in deren unmittelbarem Umfeld zu kämpfen. So musste z.B. im November die Arbeit für einige Tage stillgelegt werden, weil Patrick Figaro, Chef des Bau­unternehmens Arcotec, persönlich bedroht wurde. Ca. 10 % der Arbeiter, die aus Delmas 2 stammen, forderten mehr Gehalt und haben einen Großteil der anderen Arbeiter aufgewie­gelt. (Was den Umgang mit den Sicherheitproblemen zusätzlich erschwert: Einige der Arbeiter stehen verschiedenen Gangs aus Delmas 2 nahe, die untereinander rivalisieren.) Im Januar kam es zu einer Schießerei im Umfeld der Baustelle und in der Folge zu einer Unterbrechung der Bauarbeiten.

Sicherheit gewährleisten
In einem Krisenmeeting zwischen Kindernothilfe-Haiti und der Heilsarmee-Haiti wurden die aufgetretenen massiven Sicherheitsprobleme besprochen und eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Diese haben zum Ziel, die Menschen in Delmas 2 über die Bedeutung des Schulbaus für die Kinder ihres Viertels weiter aufzuklären und die Akzeptanz und Unterstützung sicherzustellen:

  • Etablierung eines Verbindungsmannes der Heilsarmee, der die Kontakte zu den Einwohnern von Delmas 2 suchen und steuern soll
  • regelmäßige Treffen zwischen dem Verbindungsmann von Arcotec und der Bevölkerung (dieser Verbindungsmann ist zwar Angestellter von Arcotec, kommt jedoch aus der Gemeinde von Delmas 2 und hat dort verschiedene Funktionen inne gehabt und somit eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung)
  • Organisation eines Treffens zwischen den Eltern der Kinder von Collège Verena und dem Verbindungsmann
  • Organisation von Gesprächen zwischen Arcotec, den Arbeitern auf der Baustelle und dem Pastor von Delmas 2
  • regelmäßige Thematisierung des Schulbaus und seiner Bedeutung für Delmas 2 durch den Pastor in den Gottesdiensten

Diese Maßnahmen sollen dauerhaft etabliert werden. Weitere Maßnahmen werden vom Management-Komitee der Heilsarmee erarbeitet. Zudem hat die Polizei kürzlich viele Mitglieder einer Gang aus dem Viertel verhaftet. Insbesondere diese Gang hatte seit Monaten für Unruhe – auch im Umfeld des Projektes – gesorgt. Die Hoffnung ist nun, dass sich dies ebenfalls positiv auf die Sicherheitslage rund um die Baustelle und die Notschule des Collège Verena auswirkt.

Notschulprogramm
Die rund 1.500 Schul­kinder des Collège Ve­rena werden weiter­hin in den provisorischen Holzpa­villons der Not­schule unter­richtet. Vor den Weih­nachts­ferien, die am 17. Dezem­ber begonnen haben, absol­vierten die Sekundar­schü­ler ihre Jahresab­schluss-Prüfun­gen. Offizieller Schulbe­ginn im neuen Jahr war der 7. Januar. Viele Eltern ha­ben ihre Kinder aber erst nach dem 3. Jah­restag der Erdbeben-Katastro­phe am 12. Januar wie­der zur Schule geschickt.

Weihnachtsessen

Das Weihnachtsgeschenk von REWE an die Kinder von College Verena – ein Weihnachtsessen – konnte als „Neujahrsessen“ am 24. Januar für die Grundschulkinder und am 25. Januar für die Sekundarschüler stattfinden . Die Mädchen und Jungen haben sich über das Festessen sehr gefreut. Vor allem war es etwas ganz Besonderes, dass es – neben Reis mit Bohnen, Gemüse und Salat – auch Fleisch zu essen gab. Für die Kinder ein seltener Genuss. Einige Tage zuvor war auch das zweite Weihnachtsgeschenk der REWE Group für die Kinder in Haiti angekommen: REWE Bio Mini-Dinkel-Kekse. Mit dem Essen wurde an jedes Kind auch eine Packung Kekse verteilt.

1. Allgemeine Situation in Haiti

Humanitäre Situation

Die Zahl der Flüchtlingslager und der dort lebenden Menschen ist in den letzten Monaten weiter zurückgegangen. Im August lebten in Haiti noch immer rund 369.000 Menschen (bzw. rund 94.000 Haushalte) in 541 Zeltlagern. Nach wie vor leben die meisten von ihnen in einigen wenigen, großen Zeltlagern in der Hauptstadt Port-au-Prince. (61 Prozent der Menschen bzw. 224.617 Personen verteilen sich auf nur 37 Zeltlager.) Mindestens die Hälfte der seit Juni geschlossenen Zeltlager konnte aufgrund von diversen Umsiedlungsprogrammen geschlossen werden.

Von Juni bis November ist in Haiti und der ganzen Region Hurrikan-Saison. Nachdem der tropische Wirbelsturm Isaac bereits Ende August Erdrutsche und Überschwemmungen in Haiti verursacht hatte, tobte Ende Oktober der Tropensturm Sandy in der Karibik. Obwohl Haiti nur von den Ausläufern des Hurrikans getroffen wurde, hat Sandy schwere Schäden verursacht und zahlreiche Todesopfer gefordert. Neuesten Berichten zufolge sind 51 Menschen durch die Auswirkungen des Hurrikans ums Leben gekommen, 15 werden noch vermisst.

Tagelang gab es ununterbrochenen Starkregen. Besonders schwer betroffen war der Südwesten Haitis. Aus der Küstenregion dort berichtete Reinhard Schaller, Leiter eines Kindernothilfe-Projektes: "Viele Straßen in der Region sind überflutet, und wir können deshalb das Haus nicht verlassen. Bei dem Versuch, überflutete Straßen zu passieren, sind Menschen ertrunken. Auch die extrem hohen Wellen haben große Schäden verursacht. Ich gehe davon aus, dass viele Hütten in Küstennähe zerstört oder beschädigt wurden. Auch Teile der Küstenstraße sind wahrscheinlich weggerissen worden. Es wird vermutlich Wochen dauern, bis die Schäden re pariert worden sind und die Straße wieder passierbar ist.


Politische und wirtschaftliche Situation
Die politische Lage in Haiti ist weiterhin als kritisch und instabil zu bezeichnen. Seit Monaten gibt es Sozialproteste wegen der anhaltenden Armut im Land und steigender Lebenshaltungskosten. Tausende gingen auf die Straße, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Viele Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Martelly. Sie werfen ihm vor, angesichts der steigenden Lebensmittelpreise in Haiti untätig zu bleiben.


Sicherheitslage
Der UN-Sicherheitsrat bescheinigte Haiti kürzlich, dass sich die Sicherheitslage im Land enorm verbessert hat. Die UN-Friedensmission in Haiti wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Die Zahl der internationalen Soldaten und Polizisten im Land soll aber reduziert werden. Das Hauptaugenmerk der UN-Mission MINUSTAH soll von nun an stärker auf der Ausbildung der haitianischen Polizei und weniger auf der Friedenssicherung liegen.

Trotz dieser Verbesserungen bleibt die Lage vielerorts angespannt. Gerade im Viertel Delmas 2, wo eine große Armut und eine Arbeitslosigkeit von ca. 80 Prozent herrscht, gibt es viel Konfliktpotenzial und eine hohe Gewaltbereitschaft.


Wiederaufbau der Schule „Collège Verena“

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Für die Schulkinder des Collège Verena war es etwas ganz Besonderes, nach den Sommer-ferien wieder in die Schule zu kommen. Denn auf dem Schulgelände hatte sich während der Ferien einiges verändert. Eines der alten und durch das Erdbeben stark beschädigten Gebäude ist in der Zwischenzeit abgerissen worden. Ein großer Bauzaun trennt nun das jetzige (Not-)
Schulgelände von der Großbaustelle, wo der neue Schulkomplex entsteht. Hinter dem Zaun ragt ein großer Kran hervor…


Bauarbeiten begannen im Juli

Nachdem der Vertrag mit der ausgewählten Baufirma ARCOTEC unterzeichnet worden war, konnten am 24. Juli die Bauarbeiten im Collège Verena beginnen. Zunächst wurde die Baustelle eingerichtet und das Gelände vorbereitet. Mittlerweile haben die Bauarbeiter bereits einen Großteil der Fundamente ausgehoben und mit Beton gegossen.


Schulbau dauert planmäßig 18 Monate, derzeit behindert Hurrikan Sandy die Bauarbeiten

Laut Plan dauert der Wiederaufbau des gesamten Schulkomplexes 18 Monate. Das heißt, Anfang 2014 soll das neue Collège Verena fertig sein. Augrund externer Faktoren (Sicherheitslage, extreme klimatische Bedingungen etc.) muss aber leider mit weiteren Verzögerungen während der Bauphase gerechnet werden. So haben auch die jüngsten heftigen Regenfälle, die die Ausläufer des Tropensturms Sandy mit sich brachten, zu Überschwemmungen auf der Baustelle geführt. Dies hat die Bauarbeiten erheblich behindert. Die mit Regenwasser gefüllten Baugruben müssen abgepumpt werden. Zeitweise konnte auf der Baustelle überhaupt nicht gearbeitet werden.


Sicherheitsproblem wurde gelöst –80 Männer aus dem Armenviertel arbeiten auf der Baustelle
Das zunächst aufgetretene Sicherheitsproblem – viele Unbefugte hatten die Baustelle betreten und Eisenstangen aus den Fundamenten des alten Schulgebäudes geholt – konnte mittlerweile gelöst werden. Es ist Kindernothilfe, der Heilsarmee und ARCOTEC sehr gut gelungen, die lokale Bevölkerung für den Neubau der Schule zu sensibilisieren und zu gewinnen. Es gab verschiedene Treffen mit Vertretern aus dem Viertel, die wir dazu genutzt haben, die Menschen vor Ort davon zu überzeugen, wie wichtig der Neubau des Collège Verena für die Zukunft ihrer Kinder und auch des ganzen Viertels ist. Um die Menschen bestmöglich einzubeziehen und vielen Familien auch wieder ein Einkommen zu ermöglichen, rekrutierte ARCOTEC die auf der Baustelle eingesetzten Arbeiter aus der lokalen Bevölkerung. Diese 80 Männer sollen nicht nur für einfache Hilfsarbeiten eingesetzt werden, sondern auch neues Wissen erwerben, das ihnen auch später für die Arbeitssuche von Nutzen sein wird. Gleichzeitig können wir auf diese Weise die Sicherheit des Projektes bestmöglich gewährleisten.


Beginn des neuen Schuljahres wurde von der Regierung um einen Monat verschoben
Die Kinder des Collège Verena starteten am 1. Oktober nach drei Monaten Sommerferien in das neue Schuljahr. Eigentlich hätte die Schule schon Anfang September wieder beginnen sollen. Doch die Regierung hat den Schulbeginn in diesem Jahr um einen Monat aufgeschoben. Diese Regelung war für alle Schulen im Land verbindlich. So sollten die Eltern die Möglichkeit erhalten, genug Geld für Schuluniform und Schulmaterial zu verdienen. Doch die positive Wirkung dieser Maßnahme ist sehr fraglich. Ganz im Gegenteil: So verlieren die Lehrer wertvolle Zeit, um den Kindern etwas beizubringen. Viele der Kinder kommen ohnehin nicht am ersten Schultag wieder zum Unterricht. Es dauert meist einigen Wochen, bis alle Eltern ihre Kinder wieder in die Schule schicken. In vielen Fällen ist Überzeugungsarbeit durch die Lehrer nötig. In den ersten Wochen des neuen Schuljahres können die Lehrer aus diesem Grund kaum neue Inhalte durchnehmen. Durch den späten Schulanfang in diesem Jahr geht ihnen leider noch mehr Zeit verloren.


Die Kinder freuen sich auf ihre neue Schule
Die Kinder freuen sich schon sehr auf ihre neue Schule und können es kaum erwarten, bis sie fertig ist. Bis es soweit ist, werden sie weiterhin in provisorischen Holzpavillons und den jetzt noch stehenden Gebäudeteilen der alten Schule unterrichtet. Wenn die erste Bauphase abgeschlossen und Vor- und Primar­schule fer­tig sind, wird das Notschul­programm in diese neuen Gebäudeteile ver­legt. Dort, wo im Au­genblick die Notschule stattfindet, wird dann in der zweiten Bau­phase die Sekundarschule gebaut. Auf diese Weise können die Kinder während der gesamten Bauzeit weiterhin unter­richtet werden.

REWE Group-Vorstand besucht die Kinder im Collège Verena

Der erste Tag des neuen Schuljahres war für die Kinder nicht nur deswegen etwas ganz Besonderes, weil während der Ferien die Bauarbeiten für ihre neue Schule begonnen hatten. Es hatte sich für diesen ersten Schultag auch hoher Besuch aus Deutschland angekündigt. REWE Group-Vorstandsvorsitzender Alain Caparros und Vorstandsmitglied Manfred Esser sind nach Haiti gereist, um das Projekt und die Baustelle zu besuchen. Als sie gemeinsam mit Kindernothilfe-Chef Dr. Jürgen Thiesbonenkamp auf dem Schulgelände ankommen, bereiten ihnen mehrere hundert Kinder einen großen Empfang. Sie singen, sie tanzen und sie klatschen.
Viele halten in den Händen haitianische, einige auch deutsche Fahnen. Die Blaskapelle der Schule hat sogar die deutsche Nationalhymne einstudiert. Während ihres Besuchs besichtigten Alain Caparros und Manfred Esser die Notschule, trafen die Schulkinder und den Schul-Hausmeister Joachim Louis und verschafften sich einen Eindruck von den Fortschritten auf der Baustelle. Alain Caparros sagte über seinen Besuch im Projekt: „Das hier live zu erleben, ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wenn man diese Kinder sieht, ist man umso motivierter, dieses Projekt voran zu bringen.“

1. Allgemeine Situation in Haiti

Cholera

Nach dem erneuten Anstieg der Cholerafälle durch die Regenzeit im September und Oktober 2011 sind die Infektions- und Todesfälle mit dem Beginn der Trockenzeit wieder zurückgegangen. Ende Februar lag die Durchschnittsrate pro Tag bei 300 Infektionsfällen landesweit – im Gegensatz zu 500 im letzten Quartal. In den letzten Wochen hat es jedoch wieder starken Regen gegeben. Ein erneuter Wiederanstieg der Cholera-Fälle wird befürchtet.

Politische Situation

Nach nur wenigen Monaten im Amt ist Haitis Premierminister Garry Conille zurückgetreten. Am 24. Februar legte der Mediziner sein Amt nieder. Zuvor hatte es Spannungen zwischen dem Regierungschef und mehreren Kabinettsmitgliedern gegeben. Der Rücktritt bedeutet eine neue Regierungskrise für Haiti und könnte die Entwicklung des Landes weiter bremsen. Bereits der Prozess der Regierungsbildung hatte sich – nach der Wahl Michel Martellys zum Präsidenten im Mai 2011 – über Monate hingezogen. Mit Conille wurde erst der dritte durch Martelly vorgeschlagene Kandidat für das Amt des Premierministers vom Parla-ment akzeptiert. Anfang März hat Präsident Martelly den Außenminis-ter Laurent Lamothe für den Posten des Regierungschefs nominiert. Er soll nun beide Ämter gleichzeitig wahrnehmen.

Präsident Martelly versucht verstärkt, internationale Investitionen ins Land zu holen. Auf dem Weltwirt¬schaftsforum in Davos Ende Januar ermutigte er Investoren, Geschäfte in seinem Land zu tätigen und versicherte, dass seine Regierung eine Politik der "Null-Toleranz“ gegen Korruption durchsetzt. Das Wirt¬schafts¬wachstum Hai-tis wurde für 2011 mit 8,6 Prozent beziffert. Für dieses Jahr wird ein Wachstum von 8,8 Prozent prognostiziert.

Humanitäre Situation
Mehr als zwei Jahre nach dem Erdbeben leben noch immer hunderttausende Menschen in provisorischen Zeltlagern, hauptsächlich im Stadtgebiet von Port-au-Prince. Allerdings ist die Zahl im Februar 2012 erstmals unter 500.000 gesunken. Zum Vergleich: Im Juli 2010 lebten mehr als 1,5 Mio. Menschen in Lagern. Viele Zeltstädte sind mittlerweile aufgelöst, so z.B. das Zeltlager auf dem Champs de Mars, einem großen Platz gegenüber des eingestürzten Präsidentenpalastes. Einige Lager werden sich jedoch voraussichtlich zu dauerhaften Stadtteilen verfestigen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl der Zeltlager und der dort lebenden Menschen im Zeitverlauf.

Monat Lager Familien Personen
JUL 10 1,555 361,517 1,536,447
SEP 10 1,356 321,208 1,374,273
NOV 10 1,199 245,586 1,068,882
JAN 11 1,152 195,776 806,377
MAR 11 1,061 171,307 680,494
MAY 11 1,001 158,437 634,807
JUL 11 894 149,317 594,811
SEP 11 802 135,961 550,560
NOV 11 758 127,218 519,164
JAN 12 707 126,218 515,961
FEB 12 660 120,791 490,545

Quelle: IOM (International Organization for Migration)

Sicherheitslage
Die Sicherheitslage ist nach wie vor sehr angespannt und instabil. Im Elendsviertel Wharf Jérémie bedrohen zur Zeit bewaffnete Banden die Menschen. Die haitianischen Mitarbeiter der Kindernothilfe können das Viertel derzeit nicht besuchen. Eine ähnlich bedenkliche Sicherheitslage besteht auch im Viertel Delmas 2, wo sich das Collège Verena befindet. Auch dort kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Schießereien, der Chauffeur eines lokalen Journalisten wurde getötet. Eine deutsche Mitarbeiterin einer internationalen Organisation wurde entführt, wurde aber glücklicherweise nach vier Tagen wieder freigelassen. Laut UN wurden in Port-au-Prince seit Anfang des Jahres bis Mitte März 147 Personen getötet, 120 von ihnen durch Feuerwaffen.

2. Die Arbeit von Kindernothilfe in Haiti

Die genannten Rahmenbedingungen in Haiti erschweren nach wie vor die Projektarbeit von Kindernothilfe – und anderer in Haiti tätiger NGOs. Die schwierige Sicherheitslage im Bezirk Delmas 2 kann leider dazu führen, dass es zu Verzögerungen beim Wiederaufbau des Collège Verena kommt und die Bauarbeiten nicht exakt nach Plan durchgeführt werden können. Die Kindernothilfe-Mitarbeiter müssen sich nach wie vor mit erhöhter Vorsicht bewegen.

Das Team der Kindernothilfe Haiti wurde durch den deutschen Mitarbeiter Ruben Wedel verstärkt, der die Position des Vize-Länderdirektors inne hat. Wedel ist Experte auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe und lebte jahrelang in Haiti. Unmittelbar nach dem Erdbeben war er bereits für die Kindernothilfe in Haiti im Einsatz und koordinierte die Nothilfemaßnahmen.

Bis heute betreibt die Kindernothilfe eine mobile Gesundheitsabteilung, die Workshops zu Choleraprävention, Hygienemaßnahmen und Gesundheitsvorsorge anbietet und die Mädchen und Jungen in den Projekten im Krankheitsfall medizinisch unterstützt. Vor dem Hintergrund der nun wieder beginnenden Regenzeit sowie der Tatsache, dass viele Hilfsorganisationen ihre Cholera-Präventionsprogramme bereits eingestellt haben, ist die Arbeit unserer Gesundheitsabteilung von entscheidender Bedeutung, um die Mädchen und Jungen in unseren Projekten vor der Cholera zu schützen.

Wiederaufbau Collège Verena
Im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens für den Neubau des Collège Verena sind 16 der angemeldeten Firmen in der engeren Auswahl. Am 16. März besuchten die interessierten Firmen mit Architekt Alvaro Arria-gada das Schulgelände. Das Ausschreibungsverfahren und die Auswahl eines Bauunternehmens wird voraussichtlich Mitte Mai abgeschlossen sein. Leider hatte es Verzögerungen gegeben, weil – entgegen frühe-rer Bodenproben – festgestellt wurde, dass der Grundwasserspiegel unter dem Gelände höher ist als angenommen. Aus diesem Grund mussten zunächst verschiedene Lösungsmöglichkeiten, etwa in Form eines Drai-nage-Systems, gefunden und in die Baupläne eingearbeitet werden.

Notschulprogramm Collège Verena
Das Notschulprogramm auf dem Gelände von Collège Verena läuft für die Kinder von Fort National wie gewohnt weiter. Ende Juni geht das aktuelle Schuljahr zu Ende und es stehen die diesjährigen Abschluss-prüfungen an. Durch die geplanten zwei Bauphasen – zunächst wird die Grundschule gebaut und erst nach der Fertigstellung die Sekundar-schule – wird gewährleistet, dass das Notschulprogramm während der gesamten Bauzeit weiterlaufen kann.

Kinderschutzzentrum Fort National

Die Betreuung und Versorgung von Kindern aus dem Armenviertel in dem Kinderschutzzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Schule Fort Nati-onal läuft weiter. Es gibt Gruppen für die Kleinen zwischen drei und sieben Jahren. Ca. 40 Kinder dieser Altersgruppe werden täglich be-treut und erhalten eine warme Mahlzeit. Rund 60 Kinder und Jugendli-che zwischen acht und 18 Jahren nehmen am Unterricht teil. Die Schulkinder können ihre Hausaufgaben erledigen. Kinder, die nicht zur Schule gehen können, haben hier die Möglichkeit, Lesen und Schreiben zu lernen. Auch handwerkliche Kurse werden angeboten, etwa im Schneidern oder Schustern. Zwei Mal in der Woche gibt es Angebote für Jugendliche bis 25 Jahre. Da der Drogenmissbrauch unter Jugend-lichen in Port-au-Prince ein großes Problem darstellt, werden die Mädchen und Jungen vor allem über dieses Thema aufgeklärt und dafür sensibilisiert. Bei Problemen stehen ihnen die Mitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite.

Ab Mai soll es in dem provisorischen Kinderzentrum drei Klassen für kleinere Kinder aus dem Viertel Fort National geben: eine Kindergar-ten-Klasse, eine Vorschul-Klasse und eine 1. Klasse. Auf diese Weise soll noch mehr Kindern aus dem Viertel Fort National der Schulbesuch ermöglicht werden. Ab September soll im Kinderzentrum das offizielle Schuljahr für die Mädchen und Jungen starten.

Düsseldorf, 06.11. 2012

Es geht los! Wir fliegen mit drei Vertretern unseres Projektpartners Kindernothilfe nach Port-au-Prince, Haiti, um uns die Schule unseres Mitarbeiter-Spendenprojekts „Gemeinsam für Haiti“ anzuschauen und vor allem die Kinder zu besuchen.

Port-au-Prince, 07.11.2011

Die lokalen Mitarbeiter der Kindernothilfe geleiten uns sicher durch den Trubel am Flughafen. Wir fahren über marode Straßen mit riesigen Schlaglöchern, sehen den zusammen gestürzten Präsidentenpalast. Ein Großteil des Schutts vom Erdbeben ist noch nicht weg geräumt und noch immer wohnen fast 600.000 Menschen in Notunterkünften. Alle leben draußen. Unser Eindruck: Diese Stadt ist wirklich kaputt, fast nichts funktioniert. Mit gemischten Gefühlen gehen wir zu Bett.

Port-au-Prince, 08.11.2011

Wir besuchen die Kinder unserer Schule am Collège Verena, das von der Heilsarmee geleitet wird. Mit Blasmusik und Gesang werden wir von Schülern und Lehrern willkommen geheißen, was für ein Empfang! Wir erhalten Strohhüte und Blumen als Geschenke und schwenken Haiti-Flaggen. Die Kleinsten albern mit uns herum, wollen unsere Hände abklatschen. Wir sind ergriffen von soviel Gastfreundschaft und der Lebensfreude der Kinder.

Major Sylvaine Mägli ist die Verwaltungsdirektorin und führt uns durch die Schule. Wir sehen viel zu enge Klassenzimmer, provisorisch aufgebaute Holzverschläge, notdürftige Toiletten. Das Collège Verena ist schwer beschädigt, so dass aktuell nur Notunterricht stattfinden kann. Alvaro Arriagada, der mit dem Neubau beauftragte chilenische Architekt, erklärt uns die Planung für die neue Schule. Sie wird für haitianische Bedingungen einzigartig sein. Und das Beste: es gibt zwei Sportplätze, auf denen sich die Kids austoben können!

Wir dürfen mit Réginald und Jemima, zwei Schülern, ihr Zelt-Camp neben dem Collège Verena besuchen. Sie zeigen uns ihre Unterkünfte. Beide leben mit ihren Angehörigen in winzigen, stickigen Verschlägen und sind dankbar, dass sie tagsüber in die Schule gehen können. Uns wird bewusst, dass unsere Hilfe wirklich benötigt wird!

Frankfurt, 10.11.2011

Rückkehr in Deutschland frühmorgens. Wir sind immer noch tief beeindruckt vom Engagement aller Beteiligten in Haiti, die ein schier unmenschliches Werk verrichten und Hilfe vor Ort leisten. Aber auch wir können etwas tun: Mit unseren Spenden ermöglichen wir dieses fantastische Projekt, das 1.500 Kindern in Haiti direkt hilft! Seien Sie dabei!

Dr. Daniela Büchel / Kyeong-I Shin

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Kurz und knapp

  • Aktueller Spendenstand: 1.004.474 €
  • Gesamtkosten Neubau Collège Verena: 2,2 Mio. €
  • Grundsteinlegung: April 2012
  • Fertigstellung Schule: Dezember 2013

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Warum bauen wir jetzt das Collège Verena wieder auf, unsere Schule hieß doch „Fort National“?

Unser ursprüngliches Vorhaben, die Schule „Fort National“ im Armenviertel L’Impasse Terrasse wieder aufzubauen, mussten wir leider aufgeben, da die haitianische Regierung das gesamte Gelände für eigene Pläne beansprucht. Um „unseren“ Kindern der „Fort National“-Schule trotzdem zu helfen, bauen wir statt dessen das benachbarte Collège Verena wieder auf, das ebenfalls stark beschädigt ist. Hier nehmen die „Fort National“-Kinder aktuell schon am Notunterricht teil. Ursprünglich war das Collège Verena nur eine Sekundarschule. Im Neubau wird es dann aber auch eine Grundschule geben.

Was ist das Besondere dieser Schule?

Unsere Kinder von „Fort National“ werden im neuen Collège Verena ein neues schulisches Zuhause finden. Die Schule bietet ihnen für haitianische Verhältnisse einzigartige Bedingungen: Es wird 2 Sportplätze geben, eine Bibliothek, Räume für Werken, ein Chemielabor, einen Computerraum usw. Auch Umweltaspekte wurden in der Planung berücksichtigt: Regenwasser wird in Zisternen gesammelt, Photovoltaikanlagen installiert. Aber das Wichtigste ist, dass die Gebäude erdbebensicher sein werden!

In der Zeit von Anfang Juli bis Ende September gibt es für die Kinder von Fort National keinen regulären Schulunterricht. Es sind Sommerferien. Um besonders benachteiligten Kindern auch während der Ferienzeit Betreuung und Förderung anzubieten, organisieren Kindernothilfe und das College Verena jedes Jahr ein Sommercamp. Eingeladen werden Kinder, die in besonders schwierigen Familiensituationen und gefährlichen Wohngegenden leben. So haben sie die Möglichkeit, für einige Stunden am Tag aus ihrem Lebensumfeld herauszukommen. In diesem Jahr können 400 Mädchen und Jungen am Ferienprogramm teilnehmen.

Auch unter den Kindern von Fort National gibt es viele, die in diesem Jahr das Sommercamp besuchen. Augustin ist einer von ihnen. Der 10-Jährige besucht die zweite Klasse der Notschule für die Kinder von Fort National. Augustin freut sich sehr darüber, dass er am Ferienprogramm teilnehmen darf. „Hier machen wir so viele tolle Sachen“, schwärmt er. „Morgens singen wir oder bekommen Geschichten vorgelesen und danach gibt es Sport und Kunstunterricht. Vor allem Malen macht mir Spaß, wenn wir Farben mischen dürfen. Besonders gern male ich Boote und Schiffe.“ Und dann fügt der kleine, dünne Jungen noch hinzu: „Ach ja, und etwas Warmes zu essen bekommen wir auch jeden Tag. Darüber freue ich mich sehr.“

Die Kinder im Ferienprogramm leben unter schwierigsten Bedingungen
Kinder wie Augustin haben bei sich zu Hause und in ihrer Umgebung kaum einen sozialen Halt. Die Eltern oder die Pflegefamilien kümmern sich wenig um das Wohlergehen der Kinder. Oft bekommen sie nicht einmal etwas zu essen. Augustin wohnt mit dem Bruder seiner Mutter und dessen Familie in einem selbstgebauten Zelt in dem Elendsviertel Delmas 2. Dort herrschen menschenunwürdige Bedingungen. Durch das Viertel zieht sich ein Kanal, aus dem ein beißender Geruch aufsteigt. Ihre Behausung ist so klein, dass gerade einmal eine Matratze hineinpasst. Doch hier leben und schlafen sie zu fünft.

Augustin musste seine Eltern verlassen
Wenn man Augustin fragt, wieso er nicht mit seinen Eltern lebt, ziehen sich seine feinen Gesichtszüge finster zusammen: „Vor einem Jahr hat sich mein Papa schlimm mit seinem Bruder gestritten, weil er ihn und seine Familie nicht in unsere Wohnung aufnehmen wollte. Deren Haus war durch das Erdbeben völlig zerstört. Aber wir hatten auch nur ein Zimmer zu fünft. Da hat er gedroht meinen Vater umzubringen und unsere Wohnung niederzubrennen.“ Eine Träne rollt ihm übers Gesicht. „Aus Angst haben mich meine Eltern hier untergebracht, und sind selbst in den Norden nach Cap Haitien gezogen. Mein Papa kommt mich manchmal besuchen, meine Mama habe ich seitdem nicht mehr gesehen. Mein Vater will nicht, dass sie mich besuchen kommt.“ Seit einem Jahr ist Augustin also bei seinem Onkel untergebracht. Er und seine Frau haben keine Arbeit, die Lebensumstände sind kritisch. „Ich bekomme nur selten etwas zu essen zu Hause“, erzählt Augustin, „meistens haben wir kein Geld dafür. Nur manchmal, wenn mein Onkel sich etwas von Freunden oder Verwandten leihen konnte, gibt es etwas.“

Lichtblick Schule
Die Schule gibt dem kleinen Jungen Halt und Perspektive: „Wenn ich morgens zu Fuß zur Schule laufe, freue ich mich jedes Mal. Vor allem auf den Matheunterricht und das warme Mittagessen. Aber noch besser ist, dass ich durch meine Ausbildung später eine Arbeit finden werde und so meine Familie unterstützen kann.“ Wenn man ihn fragt, was er denn gerne arbeiten würde, werden seine Augen träumerisch. „Ich will Maurer werden. Dann kann ich meiner Familie ein ordentliches Haus bauen. Aber ich wäre auch gerne der Kapitän eines Schiffes. Dann könnte ich weit über das Meer fahren.“ Aber er kommt schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. „Aber dafür muss ich mich anstrengen. Manchmal mache ich meine Hausaufgaben nicht ordentlich genug. Dann wird mein Onkel sehr böse mit mir.“ Jetzt lese ich jeden Abend Youpi, damit ich besser werde.“ Youpi ist ein Lernbuch, das die Kinder in der Schule lesen.

Cholera

Glücklicherweise gab es auch in den vergangenen drei Monaten keine Cholerafälle in den Projekten der Kindernothilfe Haiti. Doch im Hinblick auf die kommende Regen- und Hurrikansaison warnt OCHA (Büro für Humanitäre Koordination der vereinten Nationen) vor einem erneuten, starken Choleraausbruch.

Politische Situation / Wahlen
Die politische Situation nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse im April ist stabil. Der neu gewählte Präsident Michel Martelly hat sein Amt angetreten, und erste Fortschritte sind festzustellen: Überall in den Straßen von Port-au-Prince sind Aufräumteams unterwegs, die den Müll abtragen, Straßen werden ausgebessert, der Schutt auf den Trümmergrundstücken wird abgetragen. Einer der ersten Beschlüsse Martellys ist der Aus- und Aufbau des Bildungssystems in Haiti. Dafür wurde, als eine der ersten Amtshandlungen des neuen Präsidenten, ein nationaler Bildungsfond geschaffen, über den die Einschulung von zwei Millionen haitianischen Kindern in den nächsten fünf Jahren ermöglicht werden soll.

Doch trotz dieser ersten, positiven Signale unmittelbar nach Amtsantritt Michel Martellys vermehren sich momentan die Anzeichen für einen politischen Stillstand. Zur Umsetzung der engagierten Pläne fehlt ein funktionierender, institutioneller Rahmen. Die neue Regierung ist immer noch nicht endgültig installiert, und es scheint weiter unklar, ob das Parlament Martellys designierten Premierminister akzeptieren wird. Bis eine handlungsfähige Regierung steht, werden die Geberländer die zugesagten Spenden in Höhe von $140 Millionen zurückhalten.

Sicherheitslage
Die Sicherheitssituation hat sich in den vergangenen drei Monaten wieder verschlechtert. Kidnappings und Raubüberfalle nehmen wieder zu. Ende Mai wurde eine Projektmitarbeiterin einer der haitianischen Partnerorganisationen von Kindernothilfe Opfer eines Raubüberfalls und auf offener Straße erschossen.


Die Arbeit von Kindernothilfe in Haiti
Die genannten Rahmenbedingungen in Haiti erschweren nach wie vor die Projektarbeit von Kindernothilfe – und anderer in Haiti tätiger NGOs.

Auf die wieder gestiegene Cholera-Gefahr reagiert die Gesundheitsabteilung von Kindernothilfe Haiti mit der kontinuierlichen Fortführung der Präventionsmaßnahmen. Momentan werden weitere Workshops zur Sensibilisierung durchgeführt und ca. 100.000 Aquatabs (Wasseraufbereitungstabletten) verteilt. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu stärken, erhält jedes Kind zudem kindgerecht aufbereitete Informationsmaterialien. Diese erklären in Comicform und in der Landessprache Kreol, wie man sich gegen Cholera schützt.

Der politische Stillstand, der Umstand, dass bislang noch keine handlungs- und entscheidungsfähige Regierung existiert, führt nach wie vor zu Verzögerungen bei den notwendigen behördlichen Genehmigungsverfahren für die Bauvorhaben von Kindernothilfe.

Aufgrund der wieder verschlechterten Sicherheitslage bewegen sich die Kindernothilfe-Mitarbeiter in Haiti mit erhöhter Vorsicht.

Grundstücksfrage Schule Fort National
Die Pläne für den Wiederaufbau der Fort National Schule in Port-au-Prince konnten aufgrund der schwierigen politischen Situation noch nicht weiter konkretisiert werden. Nach wie vor ist unklar, ob der im Rahmen der Präsidentschafts-Wahlen publik gewordene Regierungsplan zur kompletten Neubebauung des Armenviertels Fort National, umgesetzt werden soll, und welche Konsequenzen dies für das Grundstück der Schule Fort National hätte.

Seitens Kindernothilfe wurden in den vergangenen drei Monaten weiterhin Anstrengungen unternommen, von Regierungsstellen verbindliche Aussagen zu erhalten, die jedoch bislang erfolglos blieben. Kindernothilfe hofft, in einem für Ende Juli/Anfang August geplanten Treffen mit einem haitianischen Regierungsvertreter verbindliche Informationen über den Status der existierenden staatlichen Baupläne für das Stadtviertel Fort National zu erhalten.

Kinderschutzzentrum Fort National
Das Programm des Kinderschutzzentrums auf dem Gelände der ehemaligen Schule Fort National läuft wie gewohnt weiter. Täglich kommen rund 80 Mädchen und Jungen zwischen vier und acht Jahren in das Kinderzentrum. Sie werden dort von qualifizierten Mitarbeiterinnen betreut und gefördert, erhalten Mahlzeiten, werden medizinisch versorgt und können gemeinsam singen, malen und spielen.

Notschulprogramm College Verena
Die älteren Kinder aus der zerstörten Schule Fort National wurden in den letzten Monaten weiterhin in der Notschule auf dem Gelände von „College Verena“ unterrichtet. Vor einigen Wochen haben die Mädchen und Jungen ihre Abschlussarbeiten für dieses Schuljahr geschrieben. Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor: Die Mehrzahl der Kinder hat ihre Prüfungen trotz der schwierigen Umstände gut gemeistert. Wir freuen uns sehr, dass die meisten Mädchen und Jungen von Fort National das Schuljahr erfolgreich beenden konnten. Ende Juni haben die Sommerferien begonnen und im September können die Kinder das nächste Schuljahr antreten.

Wiederaufbau College Verena
Im Meeting vom 28. März 2011 zwischen Kindernothilfe, Herrn Caparros und Frau Dr. Büchel wurde – aufgrund der existierenden Schwierigkeiten mit der ungeklärten Grundstücksfrage der Schule Fort National – als zweite Option der Wiederaufbau der Schule „College Verena“ thematisiert. Auch durch den Wiederaufbau dieser Schule, die unmittelbar am Rand des Armenviertels L’mpasse Terrasse, bzw. Fort National, liegt, und an dessen Notschulprogramm die Schulkinder aus Fort National derzeit teilnehmen, könnte für die Kinder aus Fort National langfristig wieder der Schulbesuch sichergestellt werden.

Anders als bei der Schule Fort National gibt es beim College Verena keine Schwierigkeiten mit Grundstücks- und Eigentumsfragen. Die Architekten, die den Wiederaufbau des „College Verena“ planen und begleiten – chilenische Experten für erdbebensichere Bauweise – sind derzeit vor Ort, um die endgültigen, detaillierten Baupläne fertigzustellen.

1. Cholera

Nach Angaben des Büros für Humanitäre Koordination der Vereinten Nationen (OCHA) ist die Choleraepidemie in Haiti generell abgeschwächt, jedoch gibt es wieder einen leichten Anstieg an Cholerafällen vor allem in der Gegend um Port-au-Prince und im Süden des Landes. Dort
bleibt auch die Sterblichkeitsrate am höchsten (ca. 6%). Mit der kommenden Regenzeit könnte sich die Situation auch wieder verschlechtern. Seit Oktober 2010 sind 4.737 Menschen an der Cholera gestorben und 261.985 weitere erkrankt.

2. Politische Situation / Wahlen
Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen fand Ende November letzten Jahres statt. Aufgrund des massiven Wahlbetrugs kam es zu landesweiten Protesten: Drei Tage wurde massiv demonstriert, Steine flogen, Autoreifen brannten, Barrikaden wurden errichtet. Am 20. März fand die zweite Runde der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Diese zweite Runde der Wahlen verlief ruhig. Jedoch ist in den Tagen nach der Wahl bekannt geworden, dass es wieder zu Wahlbetrug gekommen ist. Die Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse wurde von Ende März auf den 4. April verschoben. Das endgültige Wahlergebnis soll am 16. April verkündet werden.

3. Die Arbeit von Kindernothilfe in Haiti

Die genannten Rahmenbedingungen in Haiti üben einen erheblichen Einfluss auf die Projektarbeit von Kindernothilfe aus. Nach dem Auftreten der ersten Cholerafälle im Oktober letzten Jahres hat Kindernothilfe einen Schwerpunkt der Arbeit auf die Verstärkung der Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen in den Projekten gelegt: Insgesamt hat die Gesundheitsabteilung der KNH Haiti seit dem Ausbruch der Cholera 2622 Kinder, 700 Eltern und 150 Lehrer erreicht. Es wurden 2622 Hygienekits, 153.000 Aquatabletten, 56 Liter Chlor und 25.600„Oral Rehydration Salts“ (ORS) verteilt. So konnte das Auftreten von Cholera-Fällen in den Kindernothilfe-Projekten erfolgreich verhindert werden. Die Arbeit der Kindernothilfe Haiti kann in den Tagen nach der Herausgabe der Wahlergebnisse eventuell wieder durch Unruhen unterbrochen werden. Die seit Monaten ungeklärte politische Situation führt zu teilweise erheblichen Verzögerungen bei den notwendigen behördlichen Genehmigungsverfahren für die Bauvorhaben von Kindernothilfe.



4. Wiederaufbau der Schule für die Kinder von „Fort National“
Die Pläne für den Wiederaufbau der Schule für die Kinder des Elendsviertels Fort National in
Port-au-Prince konnten aufgrund der ungeklärten politischen Situation bislang noch nicht weiter konkretisiert werden: Im Rahmen des Präsidentschafts-Wahlkampfs tauchte seitens der – mittlerweile abgewählten Regierung des ehemaligen Präsidenten Preval – ein
Regierungsplan zur kompletten Neubebauung des Armenviertels Fort National auf. Es ist zur Zeit unsicher, ob dieser Bebauungsplan umgesetzt werden soll und was dies für das Grundstück der Schule Fort National bedeuten würde. Es besteht im schlimmsten Fall die Gefahr, dass das Schulgrundstück enteignet werden könnte.

Unberührt von diesen momentanen Planungsschwierigleiten läuft der Betrieb des temporären Kinderschutzzentrums auf dem Gelände der zerstörten Schule Fort National ungestört weiter: Täglich werden hier rund 80 Kinder im Alter von 4 – 8 Jahren von qualifizierten Mitarbeiterinnen betreut und gefördert, erhalten Mahlzeiten und werden medizinisch versorgt.

In Haiti muss jetzt alles daran gesetzt werden, die ausgebrochene Cholera einzudämmen. Bei Kindern führt die Infektion sehr häufig innerhalb kurzer Zeit zum Tod. Helfen Sie mit, die Mädchen und Jungen von Fort National vor einer Cholera-Infektion zu schützen und den Wiederaufbau der REWE-Schule Fort National schnellstmöglich in Angriff zu nehmen.

Die Schulkinder von Fort National werden derzeit – dank der Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der REWE Group – in einer Notschule der KINDERNOTHILFE in Port-au-Prince betreut, versorgt und unterrichtet. Seit die schwierigen Abrissarbeiten der Schulruine beendet sind, werden auch auf dem frei geräumten Gelände von Fort National wieder Kinder aus dem Armenviertel betreut – in einem provisorischen Schutzzentrum der KINDERNOTHILFE.
In allen KINDERNOTHILFE-Projekten in Haiti gibt es bislang zum Glück noch keine Cholera-Fälle. Eine Verbreitung der Krankheit ist aber zu befürchten. Daher achten die Projektmitarbeiter verstärkt darauf, dass eine Reihe von Hygienemaßnahmen strikt durchgeführt werden. Besonders wichtig für die Kinder ist sauberes Trinkwasser. Die Pläne und Vorbereitungen für den Wiederaufbau der Schule schreiten unterdessen weiter voran. Bitte helfen Sie mit, die Kinder von Fort National vor einer Cholera-Infektion zu schützen und ihre Schule erdbebensicher wiederaufzubauen.

So können Sie helfen:

  • 1 Euro kostet es, drei Kinder von Fort National einen Tag lang mit ausreichendsauberem Trinkwasser zu versorgen.
  • 5 Euro helfen, 6 Wochen lang die Ernährung eines Kindes mit hochwertigerAufbaunahrung zu ergänzen.
  • 10 Euro helfen, ein Kind einen Monat lang mit warmen Mahlzeiten zu versorgen.
  • 30 Euro kostet ein Hygiene-Set mit wichtigen Sanitär- und Hygieneartikeln zur Vorbeugung gegen eine Cholera-Infektion. Jedes Kind soll ein solches Set erhalten.
  • 50 Euro kostet es, die Kinder im Kinderzentrum einen Monat lang mit Medikamenten gegen Parasiten zu versorgen.

Helfen Sie den Kindern in Haiti! Mit einer monatlichen Spende von 1, 5 oder 10 Euro, die direkt von Ihrem Nettogehalt abgezogen wird
(ein Einwilligungs-Formular hierfür finden Sie hier) oder mit einer Überweisung auf das folgende Spendenkonto:
Kindernothilfe e.V., Konto 45 45 40, BLZ 350 601 90, KD-Bank eG, Verwendungszweck:
Z3800 / REWE für Haiti. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Die Abrissarbeiten des 3-stöckigen Schulgebäudes haben am 29. Juni 2010 begonnen. Ausgeführt werden sie von einer durch Kindernothilfe beauftragten haitianischen Spezialfirma. Es wird mit Hochdruck auf der Baustelle gearbeitet, nach Auskunft des Poliers jeden Tag – mit Ausnahmen des Sonntags – zwischen zehn und zwölf Stunden. Zweimal pro Tag kommt ein Ingenieur vorbei, um mit den Arbeitern zu sprechen und den Fortgang des schwierigen Abriss-Prozesses zu koordinieren.
Die Mauerreste und der Abraum müssen in einer komplexen logistischen Operation Schubkarre um Schubkarre über die steilen engen Gässchen aus dem Viertel herausgeschafft werden. Der Einsatz von Maschinen und schwerem Gerät ist aufgrund der engen Gassen nicht möglich. Der größte Teil der Arbeiter auf der Baustelle sind Nachbarn aus dem Armenviertel „Impasse Terrasse“, in dem die Schule Fort National liegt. So haben die Menschen eine Erwerbsmöglichkeit und werden in den Wiederaufbauprozess miteinbezogen.

Das verwinkelte Gelände wurde mit Lasertechnik genauestens vermessen und die von Kindernothilfe beauftragten Architekten arbeiten derzeit an den Plänen für das neue Schulgebäude, das größer, schöner und vor allem erdbebensicher werden soll. Im alten Gebäude waren jeweils zwischen 30 und 40 Kinder in sehr kleinen, ca. 10-13 m² großen Klassenzimmern untergebracht, die kaum Licht hatten und schlecht belüftet waren. Hausmeister Monsieur Louis: „Den Wiederaufbau voranzubringen ist das Wichtigste im Moment. Für das ganze Viertel hier. In Impasse Terrasse gehen 75% der Kinder nicht in die Schule. Es ist von großer Bedeutung, dass die Schule rasch wiederaufgebaut wird. Ich bin froh, dass die Arbeiten jetzt beginnen. Ich kann es kaum erwarten, dass 400 Kinder hier wieder in der Vor- und Grundschule unterrichtet werden. Das ist unsere Hoffnung. Es ist schlimm für mich, das Schulgebäude in diesem Zustand zu sehen. Aber die neue Schule wird große Vorteile
haben, die Klassenzimmer werden größer und heller werden.“ (Ein ausführliches Interview mit Ms. Louis wird uns Ende Juli vorliegen).

Kontakt


Haben Sie Fragen oder Wünsche?

Ihre Ansprechpartnerin der REWE Group:
Kerstin May
Corporate Responsibility
Telefon +49 221 149-1736
E-Mail: haiti[at]rewe-group.com

Ihre Ansprechpartnerin bei KINDERNOTHILFE:
Judith Allert
Telefon: +49 203 7789-241
Email: judith.allert[at]knh.de